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19

Feb

2010

Palmöl-Plantagen sind kein Wald!

Es ist leider kein verspäteter Karnevalsscherz: Die EU arbeitet allen Ernstes an einem Papier, worin Ölpalm-Plantagen als Wald deklariert werden sollen. Damit will man offensichtlich die weltweiten Widerstände gegen die Regenwaldrodung für Palmöl-Monokulturen vom Tisch wischen. Nach dem Motto: Es geht ja gar kein Wald verloren.

 

Tropische Regenwälder sind die Krone der Schöpfung - eine Lebensgemeinschaft, die einmalig ist auf der Welt. Tropenwälder geben der Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten der Erde Heimat und Nahrung - nicht zuletzt auch den Menschen, die den Urwald bewohnen. Sie haben ihn Jahrtausende genutzt, ohne ihn zu zerstören. Und die Urvölker wussten immer, dass die Wälder nicht nur Lebensraum und Speisekammer sind, sondern auch Klima- und Staubfilteranlagen, Sauerstofffabriken und Regenmacher. Wir alle sind daher auf die Regenwälder angewiesen.

 

Dichter, vielfältiger Urwald umgab auch einst das Dayak-Dorf Tanah Putih auf Borneo. Bis vor sechs Jahren mächtige Palmöl-Konzerne die Wälder rund um das Dorf abholzten und Ölpalmen pflanzten. Nur eine kleine Waldinsel ist den Bewohnern von Tanah Putih geblieben. Sie ist eine kühle Oase der Artenvielfalt mitten in einem öden Meer von Ölpalm-Plantagen.

 

Wer den Wald verlässt, irrt durch ein Labyrinth aus Sandwegen, die sich durch Abermillionen gleich alter, gleich hoher und genetisch identischer Bäume ziehen. Die Hitze zwischen den Palmen ist unerträglich, Erde und Flüsse sind verseucht durch Pesitzide und Herbizide. Ohne sie kommt keine Monokultur aus. Kein Tier kann hier Nahrung finden und überleben - auch nicht die Orang-Utans, die hilflos durch die Plantagen irren und versuchen, die Palmfrüchte zu fressen. Bis sie den Hackmessern der Plantagenarbeiter zum Opfer fallen.

 

Mit Schuld an dieser Tragödie ist die Europäische Union: Sie hat, tatkräftig unterstützt von der Agrarindustrie, feste Beimischungsquoten festgelegt, um aus sogenannten nachwachsenden Rohstoffen unendlich viel grüne Energie für Europas Energiehunger zu erzeugen.

 

Doch Landflächen zum Anbau der Pflanzen gibt es in Europa nicht genug. Deshalb wird immer mehr Agrosprit importiert: Aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Aber auch dort sind Anbauflächen knapp. Die Plantagen werden daher im Regenwald brandgerodet. Dort vergeben die Regierungen riesige Konzessionen und drücken beide Augen zu, selbst wenn geschützte Wälder für Plantagen geopfert werden.

 

Seit Jahren gibt es dagegen massive Proteste aus aller Welt. Viel Zeit verstrich, bis die EU ihre Schuld daran erkannte und beschloss, zukünftig Agrosprit aus Regenwaldrodung für den europäischen Markt zu verbieten.

 

Doch das wollen sich die Hersteller des Agrosprits, besonders die Palmölindustrie in Indonesien und Malaysia, nicht bieten lassen. Noch bevor die EU ihr Plantage-gleich-Wald-Papier verabschiedet hat, macht die indonesische Regierung bereits Nägel mit Köpfen. Der Forstminister hat ein Dekret vorgelegt, das Palmölplantagen zu Wäldern erklärt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung Pläne zur Expansion der Ölpalmplantagen von aktuell 8 Millionen Hektar auf 18 Millionen Hektar bis 2020 verkündet. Auch Malaysia arbeitet bereits mit diesem Trick. Nicht zufällig sind Indonesien und Malaysia die größten Palmöl-Exporteure der Welt. 85 % des Weltverbrauchs werden in diesen südostasiatischen Staaten produziert. Auch in puncto Korruption rangieren sie ganz oben.

 

Im März will die EU-Kommission ihre Vorschläge dem EU-Ministerrat und -Parlament unterbreiten. Bitte schreiben Sie an die zuständigen EU-Kommissare und fordern Sie, sofort diese absurden Strategien und die gescheiterte EU-Agrospritpolitk zu beenden.

 

Helfen Sie den Agrospritwahn zu stoppen und beteiligen Sie sich an unserer  Protestaktion. Über 14.000 Menschen sind schon dabei. Es kostet Sie keinen Cent - nur Ihr Engagement!

 

Archivartikel

Autor: Rettet den Regenwald e.V.

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