Mo
07
Jun
2010
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff
Zuerst Koch und jetzt Köhler: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff! Ich hoffe, Sie deuten diese Anzeichen richtig. Oder wollen Sie am Ende einer von denen sein, die auf Deck noch Musik machen, während die Titanic schon fast untergegangen ist?
Angeblich war Köhler ein unbequemer Präsident. Und ein beliebter Politiker. Ich denke, wirklich unbequem war er nicht. Was die Sympathie der Menschen betrifft, falls es diese gab, so beruhte sie nicht auf Gegenseitigkeit. Mit seiner Flucht aus dem Amt hat er gezeigt, dass ihm Deutschland und die Deutschen so egal wie nur sonst was sind. Mit seiner Begründung sagte er uns obendrein, für wie verblödet er uns alle schon hält.
Das gleiche gilt freilich auch für die Erklärungsversuche der linientreuen Systempresse, ganz egal aus welcher Ecke. »Null-Bock-Horst« nannte ihn die Süddeutsche, »Horst Lübke« der Spiegel. Ein ungrechter Vergleich, finde ich. Lübke hatte wenigstens Unterhaltungswert. Erinnern Sie sich noch an diesen Meister des unfreiwilligen Humors? Bei einem Staatsbesuch in Liberia soll er die Menschen mit den Worten begrüsst haben: »Meine Damen und Herren, liebe Neger....«
Die »Bild«, meistgelesene Zeitung der Deutschen, stellt Köhlers Flucht aus dem Amt als Verzweiflungstat eines Mannes hin, der fallen gelassen wurde. Um den es einsam geworden sei. Was für ein Unsinn! Eine Zeitung, die ihre Leser mit solchem Schwachsinn abspeist, muss sich nicht wundern, wenn ihr die Leser in Scharen davon laufen, wie »Bild«, die in den letzten 10 Jahren fast eine Million Käufer verlor.
Ich denke, Köhlers Motive liegen eher in einem Bereich, der für die üblichen deutschen Qualitätsmedien tabu ist:
- Auf Deutschland und die Deutschen wird in den nächsten Monaten noch mancher Hammer zukommen. Sowohl Koch als auch Köhler wollen da nicht als Mitschuldige gelten. Bei Köhler funktioniert das allerdings nicht. Er hatte es ja in der Hand, das Schlimmste zu verhindern. Er hätte nur seine Unterschrift nicht unter das Rettungspaket setzen dürfen, dann wäre er als Präsident mit Courage in die Geschichte eingegangen. Was aber tat er? Seine letzte Amtshandlung war die Unterschrift unter das Milliardengeschenk an die Banken. Laut Kopp ein Verrat an den Deutschen, der Köhler einen Ehrenplatz auf dem Müllhaufen der Geschichte sichert.
- Köhlers Fahnenflucht war ein Frontalangriff auf Kanzlerin Merkel. Deren Politik gefiel ihm angeblich immer weniger. So schlimm kann es aber nicht gewesen sein. Er hätte ja nur sein Okay nicht dazu geben müssen.
- Köhlers echter Grund, den Krempel hinzuschmeissen, dürfte der gleiche sein, der schon seinerzeit Schröder bewog, damals die Wahl vorzuziehen: Beide wollten raus aus ihren lästigen Ämtern, weil sie in Wirklichkeit schon einen viel besseren Job in Aussicht hatten. Bei Kopp sieht man Köhler künftig als Regierungsberater in Washington oder Peking.
Für mich klingt die Version von Kopp-Autor Wang Xin Long vernünftig:
»Köhler hat Deutschland im Zug der Finanzkrise im Sinn der Eurokraten abgewickelt und dem internationalen Kapital üppige Zinspakete hinterher geworfen. Er tritt ab, weil er an anderer Stelle dringender gebraucht wird: in den USA und in China, um Washington und Peking bei der Verstaatlichung der industriellen Vermögen Chinas als Berater und Kontaktgeber behilflich zu sein«.
Das würde auch erklären, warum die deutschen »Qualitätsjournalisten« Köhlers China-Besuch vor dem Afghanistan-Besuch praktisch verschweigen mussten: Es durfte kein Zusammenhang hergestellt werden zwischen Köhlers Reise und Chinas Deals mit den USA. Der Verdacht drängt sich auf, dass Köhler in Peking Lobbyarbeit für die USA erledigte, während der deutsche Steuerzahler seine Reisekosten zahlte. Die deutsche Industrie sei jedenfalls bei den Milliarden-Investitionen der Chinesen leer ausgegangen.
Köhlers Begründung für seine Flucht ist absurd. Schlimmer noch, er macht sich nicht mal die Mühe, sich eine glaubhafte Lüge auszudenken. Tatsache ist, er ist früher schon viel härter kritisiert worden. Kritik prallt an ihm ab wie an Teflon. Für Autor Udo Ulfkotte ist der Grund für diese Fahnenflucht klar: Köhler weiß, was auf die Deutschen zukommt!
Ich denke, Sie wissen, was das für Sie heisst, wenn Sie die Sache nicht mit ausbaden wollen. Nein, einen Beraterjob in Washington oder Peking kann ich Ihnen leider nicht anbieten. Dafür aber eine ganze Menge anderer interessanter Alternativen, wenn Sie sich nicht länger von Frau Merkel für dumm verkaufen und zur Kasse bitten lassen wollen. Dazu gleich mehr. Denn es gibt ja noch eine, wenn auch für den Bürger eher zweitrangige Frage: Wer soll Köhlers Job eigentlich jetzt machen?
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INTERNET-KAMPAGNE GEGEN URSULA VON DER LEYEN:
BEKAM FRAU MERKEL KALTE FÜSSE?
WELCHER POLITIKER GEWINNT DIESMAL DEN JACKPOT?
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Wenn Deutschland eine Demokratie wäre, dann würden die Menschen im Land den Präsidenten wählen. Wenn Deutschland ein normales Land wäre, dann wäre der Posten des Präsidenten ein wichtiges Amt, was es ja in vielen Ländern ist. In Deutschland dagegen entschloss man sich nach dem Krieg, dass man lieber einen machtlosen Pausenclown und Grüss-Gott-August zum Präsidenten haben wollte, der dem Kanzler die unwichtigen Staatsbesucher vom Hals hält und alles, was man ihm hinlegt, unterschreibt ohne es zu lesen.
So wurde das Amt des Präsidenten zum Jackpot für ausrangierte Politiker. Gut bezahlt ist der Job natürlich. Wer den Jackpot kriegt, macht die Politik unter sich aus. Das Volk würde dabei nur stören. Der Gewinner hat dankbar zu sein und wird zum Hofnarren für seine Schöpfer. Seit durch die EU in Brüssel unzählige neue Möglichkeiten geschaffen wurden, um Politiker zu versorgen und ruhigzustellen, darf auch ab und zu mal ein politisch korrekter Seiteneinsteiger den fürstlich bezahlten Pausenclown spielen.
Wissen Sie, wen Deutschlands Wähler gern als Präsidentin sehen würden?
Ans Licht brachte dies eine Umfrage der Bildzeitung. Das Resultat ist dem Blatt inzwischen so peinlich, weil unpassend, dass die Umfrage auf der Webseite nicht mehr zu finden ist. Nein, Ursula von der Leyen wollen die Deutschen, oder zumindest die Bild-Leser, nicht haben. Die bekam nur so um die 14 Prozent. Mit weitem Abstand von fast 35 Prozent an der Spitze lag Margot Kässmann, die frühere evangelische Bischöfin.
Warum Frau Kässmann?
Sorgen etwa 2,5 Promille am Steuer für Volksnähe? Hat sich die Frau durch ihren schnellen Rücktritt sympathisch gemacht? Oder stimmten die Menschen nur deshalb für sie, weil Frau Kässmann die einzige Nicht-Politikerin unter den vorgeschlagenen Kandidaten war? Wie auch immer, Sie wird es nicht werden. Als Vorschlag der SPD hat sie keine Chance.
Die Alternativen?
Ursula von der Leyen kommt im Fernsehen gut rüber und wirkt sympathisch. Sie arbeitet absolut professionell, karrieretechnisch gesehen. Sie spannt sogar ihre Kinderschar vor den Werbekarren ihrer Politlaufbahn. Nach der Wahl, beim Minister-Roulette, beteuerte sie ihre Leidenschaft für die Familie und buhlte hintenrum um wichtigere Ämter.
Sie weigerte sich, wirklich etwas gegen Kinderpornographie zu unternehmen, weil sie das Thema zur Einführung einer Internet-Zensur brauchte. Sie ist eine begnadete Heuchlerin und Zynikerin. Das sind Qualitäten, die sie eigentlich zur ersten Wahl für den Präsidentenjob machen. Ein paar Tage sah es so aus, als würde sie es werden. Es wäre ja gar nicht schlecht, dann könnte sie wenigstens als Ministerin keinen Unsinn mehr anstellen.
Inzwischen ist von Christian Wulff die Rede. Vielleicht hat Frau Merkel doch kalte Füsse bekommen. Im Internet wurde nämlich eine heftige Kampagne gegen Frau Leyen in Gang gesetzt (Geben Sie mal in eine Suchmaschine »Leyen Not my President« ein). Internet-Leser sind schliesslich auch Wähler, weiss Frau Merkel, und wie man sieht, mit besserem Gedächtnis.
Sie müssen kein Prophet sein, um zu ahnen, dass die Menschen in Deutschland vor einer düsteren Zukunft stehen. Ändern können Sie daran nichts. Aber Ihre eigene Zukunft, die haben Sie in der Hand! Was können Sie tun?
Ich denke, wenn Sie sich der Kontrolle und Enteignung durch Ihre Regierung entziehen wollen, müssen Sie es machen wie die grossen Konzerne. Die sind in vielen Ländern zuhause und nehmen sich von jedem Standort das Beste mit. Wo die Steuern hoch sind, machen sie Verluste und kassieren Subventionen. Wo Arbeitskraft billig ist, lassen Sie produzieren, und ihre Gewinne verlagern sie dorthin, wo sie kaum Steuern zahlen.
Dieses Prinzip funktioniert auch für jeden Einzelnen von uns. Sie brauchen einen internationalen Lebensstil und möglichst ein ortsunabhängiges Einkommen. Ein Geschäft aus dem Aktenkoffer. Sie brauchen ein paar Konten in verschiedenen
Ländern, um Ihr Erspartes vor willkürlichen Zugriff zu schützen. Und Sie sollten Ihr Geld so anlegen, dass Sie vor bösen Überraschungen sicher sind.
Antworten auf alle diese Fragen finden Sie in »Leben im Ausland«.
Die aktuelle Ausgabe können Sie sich hier herunterladen.
NL-Artikel
Norbert Bartl, Coin S.L.
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