Mo
18
Apr
2011
Waran scheitern Existenzgründer?
Eine absolut sichere und risikofreie Existenzgründung gibt es nicht. Sie können jedoch vielen Fehlern und Schwierigkeiten vorbeugen, wenn Sie sich die Erfahrungen erfolgreicher Existenzgründer zunutze machen.
Die besonderen Probleme von Existenzgründern
Nach einer aktuellen Untersuchung haben Existenzgründer besonders in den ersten sieben Jahren am häufigsten mit den folgenden Schwierigkeiten zu kämpfen:
- Falsche oder fehlende Planung
- Zu wenig Informationen über das Marktgeschehen
- Hohe Steuer- und Abgabenlast
- Zu viel Konkurrenz
- Zu hohe Arbeitsbelastung
- Schlechte Zahlungsmoral der Kunden
- Falsche Finanzierung
- Falsche Preisgestaltung und Kalkulation
- Familienprobleme
- Mangelhafte Vorsorge
- Fehlende unternehmerische und kaufmännische Kenntnisse
Was Sie aus typischen Anfängerfehlern lernen können
Der erste Punkt in der obigen Liste ist die mangelhafte Planung. Einen Plan zu „schmieden“ bedeutet, ein Ziel zu haben und sich die möglichen Wege dorthin vorzustellen. Wichtig ist das rechtzeitige Erkennen von Hindernissen und Gefahren. Setzen Sie sich mit jeder möglichen Hürde auseinander. Nehmen Sie sich jeden Punkt aus diesem Blog-Artikel vor und prüfen Sie sich selbst mit Hilfe der folgenden Fragen:
- Habe ich an diesen Punkt schon gedacht?
- Wie groß sind meine Kenntnisse zu diesem Thema?
- Wie kann ich Kenntnislücken schnell und umfassend füllen?
Von der Geschäftsidee zum Gründungsplan
Eine tragfähige Idee für die berufliche Selbstständigkeit zu besitzen bedeutet noch lange nicht, diese auch erfolgreich zu verwirklichen. In der Praxis zeigt sich, dass Existenzgründungskonzepte nicht umfassend und gründlich genug ausgearbeitet werden.
Noch zu oft wird nach dem Motto verfahren: „Ich fange erstmal an, es wird schon irgendwie klappen.“ Wenn sich dann aber die Kosten als erstaunlich hoch, die Umsätze als unerwartet niedrig herausstellen und das Geschäftskonto permanent überzogen ist, kommt das „böse Erwachen“. Mit einer vorherigen Planung hätten solche Mängel erkannt und beseitigt werden können.
Informationsdefizite – zweithäufigste Ursache für Pleiten
Oft wissen Gründer zu wenig vom Marktgeschehen. Sie überschätzen häufig die Nachfrage für Ihr Angebot. Unterschätzt wird regelmäßig auch die bereits am Markt etablierte Konkurrenz. Aktuelle und gesicherte Informationen sind für eine professionelle Vorbereitung und einen reibungslosen Start unverzichtbar. Rund 80 Prozent aller Existenzgründer lassen sich deshalb beraten.
Fragen Sie erfahrene Berater, die sich in Ihrer Branche auskennen, um Rat. Besuchen Sie Seminare für Existenzgründer, die von Kammern und Verbänden veranstaltet werden. Sorgen Sie mit Fachzeitschriften und Praxishandbüchern dafür, dass Sie in jeder Situation „jemanden“ zur Seite haben.
Existenzbedrohung durch Steuernachforderungen vermeiden
Um die Zahlungsfähigkeit nicht durch hohe Vorauszahlungen für die Einkommenssteuer in der Anfangszeit zu belasten, wird oft im Betriebseröffnungsbogen des Finanzamtes eine niedrige Gewinnschätzung angegeben. Dies ist auch sinnvoll, denn es schont die Liquidität in der Startphase.
Aber Achtung: Wenn sich der Gewinn zufriedenstellend entwickelt, wird die gute Liquiditätslage gerne für höhere Privatentnahmen und wünschenswerte, aber nicht absolut notwendige Investitionen genutzt. Es ist ja genügend Geld in der Kasse. Die Ernüchterung kommt mit dem nächsten Steuerbescheid. Das Finanzamt fordert eine hohe Steuernachzahlung und setzt gleichzeitig die Steuervorauszahlungen für das nächste Jahr herauf. Wenn Sie nicht für diese Situation vorgesorgt und entsprechende Rücklagen gebildet haben, stehen Sie vor einem ernsten Liquiditätsproblem.
TIPP: Schätzen Sie laufend Ihre voraussichtlichen Steuerzahlungen. Ihr Steuerberater kann Ihnen dabei helfen. Im Internet finden Sie einen praktischen Steuerrechner, in den Sie nur Ihre Daten eingeben müssen. Das Programm errechnet Ihnen dann die voraussichtliche Höhe Ihrer Steuerzahlungen. Website: www.n-heydorn.de/steuer.html
Dem Konkurrenzdruck standhalten
Junge Unternehmer haben oft Probleme mit einer scheinbar undurchdringbaren Konkurrenzdichte. Lernen Sie von Ihren Mitbewerbern, versuchen Sie jedoch nicht, die Konkurrenz einfach nachzuahmen: Den Erfahrungsvorsprung holen Sie nur selten auf. Ihre Chance liegt darin, auf neuen Märkten oder in Marktnischen tätig zu werden und mit anderen Methoden zu arbeiten. Hier haben Sie dann einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern.
Wer nicht wirbt, der stirbt!
Schwierigkeiten bereiten Gründern auch die Kundensuche und Ansprache. Machen Sie sich Gedanken, mit welchen Werbemedien Sie Kunden schnell und kostengünstig ansprechen können. Denn nur wenn Ihr Angebot bekannt ist, können Sie mit Kunden rechnen.
Weiterbildungszentren können Sie beispielsweise mit Werbebriefen, Telefonanrufen oder persönlichen Besuchen erreichen. Private Kunden erreichen Sie über Werbung in Zeitungen und Zeitschriften, Werbezettel, einen Werbeeintrag in den Gelben Seiten oder auch einen Werbebrief. Machen Sie sich einen realistischen Werbe- und Neukundengewinnungsplan, der neben den Kosten auch die zeitliche Verteilung der Werbemaßnahmen berücksichtigt.
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Lesen Sie den 2. Teil unseres Artikels "Woran scheitern Existenzgründer".
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