Wie besiegt man seine schlimmsten Ängste?



Zitat: „Du musst Dinge tun, von denen Du denkst, dass Du sie nicht tun kannst.“ Eleanor Roosevelt


9 Tipps, wie Sie jede Angst besiegen

Wie man seine Angst besiegt
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Angst ist nie gut und es ist nicht einfach seine Angst verschwinden zu lassen. Die Angst, etwas Schlimmes könnte in der Zukunft passieren – ist eine der Besonderheiten des menschlichen Denkens. Tiere fürchten nur, wenn sie in eine bedrohliche Situation kommen und die Gefahr jetzt unmittelbar droht. Nur der Mensch fürchtet etwas, was noch gar nicht ist und möglicherweise auch gar nicht eintreten wird.

 

Viele könnten jetzt behaupten, dass die Ängste uns vor Dummheiten bewahren. In Wahrheit jedoch sind die meisten Ängste nicht nur grundlos, sondern auch für unser Fortkommen ziemlich hinderlich. Untersuchungen haben ergeben, dass die typischen Antworten auf die Frage „Welche Ängste haben Sie?“ lauten: 


  • Angst zu versagen
  • Angst vor der Ablehnung
  • Angst vor Finanzkrach
  • Angst nicht gut genug zu sein


Meistens bildet die Angst - nicht gut genug zu sein - die Grundlage für alle anderen Ängste. Wir fürchten, dass wir versagen, weil wir fürchten nicht gut genug zu sein. Wir haben Angst um unsere Beziehungen, vor Ablehnung und so weiter, weil wir denken, dass wir nicht gut genug sein könnten. Wir fürchten sogar um den Erfolg, weil wir zweifeln, dass wir dafür gut genug sind. Vielleicht denken auch Sie, dass Sie nicht gut genug sind.

 

Es ist völlig normal, dass man Ängste hat, aber dass sie uns stören, kann in einer Tragödie enden. Die Ängste halten uns vom Handeln ab, sie stören uns, unsere Träume zu leben. Die meisten Ängste sind völlig unbegründet, weil die Menschen, auch wenn sie nicht vollkommen sind, für die meisten Dinge gut genug sind. Wenn Sie es schaffen, die Angst nicht gut genug zu sein, zu besiegen, dann können Sie Vieles erreichen.

 

Aber wie besiegt man seine Ängste? Hier ein paar Tipps:

1. Der wichtigste Schritt ist, sich seine Ängste einzugestehen.

Die meisten Menschen verdrängen ihre Ängste, sie schieben sie beiseite und ignorieren sie. Doch die Angst lebt tief in unserem Unterbewusstsein und stört uns täglich. Also geben Sie es zu, dass sie Angst haben.

2. Schreiben Sie Ihre Ängste auf.

Wovor haben Sie Angst? Machen Sie eine genaue Liste und Sie werden überrascht sein, was Sie alles fürchten.


Während Sie schreiben, werden Sie bemerken, dass viele Ihrer Ängste Ihnen gar nicht bewusst waren. Sie holen Ihre Befürchtungen aus den dunkelsten Ecken Ihres Bewusstseins, dort wo die Ängste Sie beherrschen können. So gewinnen Sie die Kontrolle. Die Ängste sind jetzt materiell, greifbar und sichtbar. Sie können damit alles machen, was Sie wollen. Sie können sie verbrennen, zerreißen oder auch aufhängen um den Feind immer vor den Augen zu haben.

3. Fühlen Sie Ihre Angst.

Sie haben sich eingestanden, dass sie Angst haben, aber Sie haben immer noch Angst. Verstehen Sie, dass Sie nicht alleine sind, dass wir alle unsere Ängste haben. Es ist nicht verkehrt Ängste zu haben. Fühlen Sie Ihre Angst möglichst tief und stark. Ihre Ängste sind ein Teil von Ihnen, aber dieser Teil kontrolliert Sie nicht.

4. Fragen Sie sich, was das Schlimmste ist, was Ihnen passieren kann.


Oft ist es nicht so schlimm wie man denkt. Sie haben Angst Ihren Job zu verlieren? Was passiert dann? Sie finden einen neuen Job! Sie werden weiter leben!

 

Sie haben Angst um Ihre Beziehung oder Angst von einer Person abgelehnt zu werden? Was passiert dann? Sie finden jemand anderen, der Ihnen mehr passt! Sie haben Angst um Ihre Finanzen? Was passiert, wenn Sie kein Geld mehr haben? Sie werden Ihre Ausgaben mindern, werden Ihre Freunde oder Ihre Familie um Hilfe bitten, Sie werden eine Lösung finden und dieses Problem meistern.

5. Machen Sie es einfach!

Ich wiederhole: Fühlen Sie Ihre Angst und handeln Sie! Machen Sie genau das, wovor Sie Angst haben, nur so besiegen Sie die Angst! Wenn Sie handeln, werden Sie überrascht sein.

6. Machen Sie sich zum Kampf bereit.

Wenn Sie Ihren Feind besiegen wollen, so machen Sie sich einen Plan, Sie bewaffnen sich und arbeiten eine Strategie heraus. So ist es auch mit Ihrer Angst. Wenn Sie Musiker werden wollen, sich aber nicht trauen, so üben Sie! In jedem Fall kommen ein Plan, die notwendige Information und die nötigen Fertigkeiten!

7. Seien Sie im Jetzt!

Jede Angst ist eine Angst, die auf die Zukunft gerichtet ist. Wir machen uns Sorgen um etwas, was erst passieren könnte. Denken Sie nicht an die Zukunft! Denken Sie nicht an die Vergangenheit! Konzentrieren Sie sich auf die Gegenwart! Machen Sie etwas um Ihre Sorgen zu beseitigen und vergessen Sie das, was erst entstehen könnte. Wenn Sie merken, dass Sie an die Vergangenheit oder die Zukunft denken, dann bringen Sie sich ins Jetzt zurück und fokussieren Sie Ihr Augenmerk auf dem was in der Gegenwart vor sich geht.

8. Machen Sie kleine Schritte!

Machen Sie das, was Sie kennen und jetzt schon machen können. Etwas worin Sie sich sicher fühlen. Fühlen Sie wie Sie langsam voranschreiten und machen Sie noch einen kleinen Schritt!

9. Feiern Sie jeden noch so kleinen Erfolg!

Nutzen Sie diese Gefühle um weiter zu kommen und den nächsten Schritt zu machen!

 

Autor: Thomas Reif


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Kommentare: 1
  • #1

    Brigitte Hettenkofer (Freitag, 26 Juni 2015 21:57)

    Hallo,
    vielen Dank für den Artikel zum Thema Angst.
    Ich schließe mich der geäußerten Meinung an, dass es wichtig ist, die Angst da sein zu lassen - sie zu spüren und das geht nur über den Körper. Der Körper ist die Bühne für die Gefühle und auch für die Angst. Es kann gut sein, dass Sie dann entdecken, dass so komische Gedanken die Ursache für Ihre Ängste sind und Gedanken können hinterfragt werden. Dazu gibt es die z.B. die wirkungsvolle Methode von Byron Kati: The Work. Wir müssen nicht alles glauben, was sich unser Geist den lieben langen Tag so ausdenkt.

    Und ich möchte noch eins betonen, für tiefe Ängste gibt es keine schnellen Rezepte und dann sind sie weg. Außer Sie greifen in die Pillenbox. Es braucht oft ein achtsames - liebevolles und geduldiges Annehmen der Angst und schon das Annehmen der Angst ändert schon einiges.
    Ich wünsche allen einen guten Umgang mit ihren Ängsten, auch wenn es nicht immer ganz leicht ist.
    Herzliche Grüße
    Brigitte Hettenkofer