Marktgesetze: Wer die Spielregeln nicht kennt, verliert



7 Marktgesetze, mit denen Sie sich sicher behaupten

Die Gründe, warum Firmen pleite gehen, sind nicht immer auf die Wirtschaftslage zurückzuführen. Oft liegt der Hauptgrund ganz woanders: Es hat gegen die ungeschriebenen Gesetze des Marktes verstoßen!

Bild: adamr / freedigitalphotos.net
Bild: adamr / freedigitalphotos.net

Unkenntnis der Marktgesetze ist der Haupt-grund, warum es viele Existenzgründer trotz mehrmaliger Versuche nicht schaffen, am Markt Fuß zu fassen. Sie missachten die Markt-gesetze, die Erfolgsspielregeln, die über Leben und Tod eines Unternehmens entscheiden und oft ist ihnen das nicht einmal bewusst.

 

Ein erfolgreicher Start in die Selbstständigkeit hat nur wenig mit Glück zu tun. Geschäftlicher Erfolg ist planbar und kann gezielt erreicht werden, wenn man die Spielregeln kennt. Wenn Sie als Selbstständiger mit Ihrem Unternehmen erfolgreich sein wollen, müssen Sie die 7 wichtigsten Marktgesetze kennen und beherrschen. Diese sind:  

  1. Agieren ist besser als reagieren.
  2. Wer kein Ziel hat, kann nirgends ankommen.
  3. Keine Entscheidung ohne gesicherte Informationen.
  4. Ohne Investition kein Gewinn.
  5. Kosten senken, aber nicht um jeden Preis.
  6. Nicht alles selbst machen.
  7. Persönliche und fachliche Voraussetzungen müssen passen.

1. Agieren ist besser als reagieren

Aktion: Fangen Sie sofort an!

 

Jeder Militärstratege kennt das Aktionsprinzip: Angriff ist die beste Verteidigung. Wer den ersten Schritt tut, bestimmt die Richtung und ist somit seinen "Feinden" überlegen.

 

Als Existenzgründer und Selbstständiger muß Ihnen das Aktionsprinzip in Fleisch und Blut über-gehen. Warten Sie nicht bis unerwartete Ereignisse eintreffen. In dem Wort "Unternehmer" ist das erste Erfolgsgesetz ja schon enthalten. Unternehmer bedeutet, etwas unternehmen, etwas tun, aktiv werden.

 

Kein Kunde kommt zu Ihnen, wenn Sie nicht vorher Werbung gemacht haben. Keine Bank gibt Ihnen Geld, wenn Sie keinen sorgfälltig ausgearbeiteten Businessplan vorlegen können. Und kein Wunsch geht in Erfüllung, wenn Sie nicht anfangen, zu handeln. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Fangen Sie sofort an!

2. Wer kein Ziel hat, kann nirgends ankommen

Dass Marktgesetze wirklich existieren, zeigt sich hier im 2. Gesetz. Selbst wenn Sie sich ein Ziel setzen wollen, müssen Sie vorher aktiv werden. Sie müssen Antworten finden auf zahlreiche Fragen und Sie müssen Entscheidungen treffen. Wenn Sie ein Ziel gefunden haben, müssen Sie überlegen, wie Sie es erreichen und die entsprechenden Schritte einleiten.


Wenn Ihr Ziel war, sich selbstständig zu machen, weil Sie mehr verdienen wollen, müssen Sie zunächst herausfinden, welche Geschäftsidee dafür in Frage kommt und ob Sie sie tatsächlich verwirklichen können. Dann müssen Sie eine Vorgehensweise festlegen. Sie erstellen ein detailliertes Konzept, beispielsweise einen Businessplan. Mit Ihrem Businessplan wollen Sie heraus-

finden, ob die Geschäftsidee marktfähig ist und ob Sie damit Ihr

Ziel, mehr zu verdienen, auch tatsächlich erreichen können. Um 

diese Fragen zu klären, müssen Sie wieder aktiv werden. Sie

müssen Informationen, Daten, Fakten sammeln.

3. Keine Entscheidung ohne gesicherte Informationen

Informationen sind Gold wert

 

Ohne zuverlässige Informationen können Sie keine fundierte Ent-scheidung treffen. Entscheidungen, die aus dem Bauch getroffen werden, haben nur eine 50-prozentige Chance, richtig zu sein. Für eine Existenzgründung und auch später ist eine 50:50 Chance aber

zu gering. Machen Sie daher nur gesicherte Informationen zur Entscheidungsgrundlage.


Ein Beispiel: Sie wollen sich selbstständig machen. Um die ins Auge gefasste Geschäftsidee richtig abschätzen zu können, brauchen Sie Informationen zu folgenden Punkten: 


  • Gibt es für mein Produkt, Vorhaben, Dienstleistung einen Bedarf?
  • Wie groß ist der Bedarf?
  • Wer kommt als Kunde in Frage?
  • Wie viele Kunden gibt es an meinem Ort?
  • Sind potentielle Kunden bereit, für mein Angebot Geld auszugeben?
  • Gibt es Konkurrenten und wenn ja, wie viele und wo sind diese ansässig?
  • Welche Preise verlangt die Konkurrenz?
  • Wie erfolgreich sind die Wettbewerber?
  • Wo sind die Schwächen und Stärken der Konkurrenten?


Je detaillierter Sie diese Fragen beantworten können, um so sicherer können Sie sein, am Ende eine richtige Entscheidung zu treffen. Am Anfang einer Existenzgründung gibt es viele Fragen

und nicht auf jede werden Sie sofort eine Antwort finden. Treffen Sie trotzdem niemals eine Entscheidung, bevor nicht alle wichtigen Fragen beantwortet sind! Nehmen Sie sich die Zeit, alle nötigen Zahlen, Daten und Fakten zusammenzutragen und arbeiten Sie Ihren Businessplan oder Ihr geschäftliches Projekt vollständig aus.

4. Ohne Investition kein Gewinn

Ohne Geben gibt es kein Nehmen. Wenn Sie ein neues Auto wollen, müssen Sie es bezahlen. Wenn Sie geschäftlichen Erfolg wollen, müssen Sie vorher investieren und zwar jede Menge Energie, Zeit und Geld.

 

Um aktiv werden zu können, brauchen Sie erst einmal Energie. So wie ein Auto Benzin zum

fahren braucht, benötigen auch Sie Treibstoff, um Ihre Ziele anzusteuern. Und es muss der richtige Treibstoff sein, damit der Motor nicht ins Stocken kommt. Der richtige Treibstoff ist positive Energie, die sich zusammensetzt aus Spaß an dem, was Sie tun, Ehrgeiz, Optimismus sowie Stolz und Freude über Ereichtes.

 

Um eine selbstständige Existenz bzw. ein Unternehmen aufzubauen, müssen Sie auf viel

Freizeit verzichten. Wenn Sie schnell vorankommen wollen, kommen Sie mit einem 8 Stunden

Tag wahrscheinlich nicht hin. Wenn Sie auf einen Fernsehfilm am Abend verzichten, um in

Ruhe an Ihrem Konzept zu arbeiten, investieren Sie Zeit.


Neben Energie und Zeit investieren Sie natürlich auch jede Menge Geld. Sie brauchen ein

Auto, eine Büroeinrichtung, einen Computer, Software, Drucker und was weiß ich nicht noch

alles. Das alles kostet Geld.

 

Eine weitere Investition sind Ausgaben für Informationen. Sie kaufen Fachliteratur, besuchen Seminare, nutzen Online-Dienste und Datenbanken und lassen sich vielleicht von einem Steuerberater bzw. Rechtsanwalt beraten.

 

Weitere Investitionen sind die Ausgaben für Werbung, Prospekte, Briefpapier, Werbemittel

etc. Eine Existenzgründung gibt es also nicht zum Nulltarif, auch wenn Ihnen das vielleicht 

einmal versprochen wird.

5. Kosten senken, aber nicht um jeden Preis

Viele Existenzgründer und Selbstständige verwechseln Investitionen mit Kosten. Es gibt Kosten, die sind reine Durchlaufposten. Sie fallen immer wieder an und Sie können nichts

dagegen tun. Dazu gehören beispielsweise Miete, Energie, Telefon, Versicherungen und Steuern.

 

Und dann gibt es noch Kosten, die auch Investitionen sein können. Wenn Sie zum Beispiel 500 € für eine Werbeanzeige ausgeben und Sie bekommen daraufhin 5 neue Kunden, die Ihnen einen Umsatz von 5.000 € beschehren, dann hat sich diese Investition für Sie gelohnt. Da Sie aber

ohne Kunden geschäftlich nicht überleben können, müssen Sie regelmäßig Werbung machen

und deshalb kann man diese Ausgaben schon wieder als feste Kosten betrachten.

 

Wenn Sie Geld in nicht zwingend notwendige Dinge investieren, zum Beispiel in einen neuen Schreibtisch, entstehen nur Kosten. Ihr geschäftlicher Erfolg wird nicht positiv beeinflusst durch einen neuen Schreibtisch. Setzen Sie Ihre Gewinne immer so ein, dass diese Ausgabe Ihr Geschäft voranbringt, sich also in Geld wieder auszahlt.

 

Beachten Sie: Schon mancher Selbstständige ist in "Schönheit" bankrott gegangen, weil er zu

früh zuviel Geld für private oder unsinnige Dinge ausgegeben hat. Investieren Sie immer in Ihr Geschäft und legen Sie ein finanzielles Polster für eventuelle Durststrecken an.

6. Nicht alles selbst machen

Viele Existenzgründer und Selbstständige neigen aus Kostengründen dazu, alles selbst zu machen, aber das rechnet sich in den meisten Fällen nicht. Sie können nicht Profi in allen Bereichen sein. Klar können Sie alles lernen, aber es kostet Zeit und Geld, sich in fremde Bereiche einzu-arbeiten. Zeit, die Ihnen für Ihr Tagesgeschäft fehlt und Geld, das Sie für sinnvollere Investitionen hätten verwenden können.

 

Ein Beispiel: 

Einen Text schreiben, das kann doch jeder - denkt ein Existenzgründer und macht sich selbst an die Arbeit. Stundenlang verbringt er damit, einen Werbetext auszuarbeiten und richtig zufrieden ist er am Ende mit seinem Ergebnis nicht.

Dabei kann man einen Werbetexter in einer Freelancer-Börse schon ab 25 Euro pro Stunde engagieren. Für die Texterstellung braucht ein Profi ca. 2-3 Stunden. Die Kosten belaufen sich

also auf maximal 75 Euro.

Unser Existenzgründer hat 5 Stunden gebraucht bei einem Stundenlohn von 60 Euro. Hat sich dieses Geschäft für ihn gelohnt? Wohl nicht!


50 Prozent aller Selbstständigen stecken in der Zeitfalle. Sie sind überlastet und ersticken in Arbeit, weil sie sich tagtäglich mit unproduktiven Dingen beschäftigen, die nicht zum Tages-geschäft gehören. Sie verschenken viel Zeit und Geld, welches sie klüger hätten verwenden können.

 

Deshalb: Deligieren Sie alle Aufgaben, die andere besser, schneller, billiger erledigen können und widmen Sie sich den Dingen, die Ihnen Geld bringen!

7. Persönliche und fachliche Voraussetzungen

Das 7. Marktgesetz hat mit Ihren persönlichen und fachlichen Fähigkeiten zu tun. Damit Sie als Existenzgründer und später als Unternehmer erfolgreich sind, brauchen Sie umfangreiches Wissen auch aus Bereichen, die oft mit Ihrem Tagesgeschäft gar nichts zu tun haben.

 

Neben verkäuferischen Fähigkeiten, Grundkenntnissen in Marketing, Vertrieb und Werbung, sollten Sie sich auch mit Steuern, Recht und Buchhaltung auskennen. Unabdingbar sind kaufmännische Kenntnisse, denn wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Ausgaben und Einnahmen berechnen, wie Sie Preise kalkulieren und Rechnungen schreiben und verbuchen, werden Sie wahrscheinlich scheitern.

 

Um ein erfolgreicher Unternehmer zu sein, müssen Sie aber auch über bestimmte persönliche Fähigkeiten verfügen. Dazu gehören Mut und Risikobereitschaft, Geduld und Ausdauer 

sowie Zuverlässigkeit.

 

Fazit: Auch wenn Sie noch so gut auf Ihrer Existenzgründung vorbereitet sind, Sie können nicht alle Risiken ausschließen. Ein Quentchen Unsicherheit wird immer bleiben und Sie werden auch den einen oder anderen Fehler begehen. Wenn Sie sich jedoch konsequent an die 7 Marktgesetze halten, werden Sie grobe Fehler vermeiden und Ihr Unternehmen systematisch erfolgreich ausbauen und führen können. 

 

Quelle: Handbuch für Selbständige und Unternehmer

Verlag Norman Rentrop


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