Weniger Kommunikation = mehr Erfolg?



Zitat: "Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge." Buddhistische Weisheit


Mit Stille mehr erreichen

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Den Rat zur Einschränkung der Kommunikation werden Sie in Business-Seminaren, Schulungen, Ratgebern wahrscheinlich vergeblich suchen. Stattdessen lernen Sie wild drauf los zu ballern mit geheimer Verkaufspsychologie, Massen-E-Mails, Guerilla Marketing und tollen Kontakt-Management-Strategien für noch mehr "Zielfutter". 

 

Schon vor 350 Jahren, lange vor iPhone, E-Mails und Internet schrieb der Philosoph Blaise Pasca: „Das ganze Unglück des Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem zu bleiben vermögen.“ 

 

Noch hat niemand ausgerechnet, wie viel Produktivität durch diesen "neuen Lärm" verloren geht. Warum eigentlich nicht? Weil wir alle daran glauben, dass moderne Kommunikationsmittel unsere Arbeit erleichtern, uns schneller kommunizieren lassen und somit erfolgreicher machen? Aber stimmt das?

 

Alexander Mitscherlich sah 1950 den Menschen als hibbeliges Elementarteilchen, ein „augen-blickliches Triebwesen“. Und Alexis de Tocqueville wunderte sich schon 120 Jahre zuvor auf

seiner Amerikareise über „all die Menschen, die rastlos sich im Kreise drehen, um sich kleine

und gewöhnliche Vergnügungen zu schaffen, die ihr Gemüt ausfüllen“.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag denn heute für uns aus? Telefon, E-Mail und Internet haben die Wege zwar verkürzt, unsere Arbeit aber nicht leichter gemacht. Jeden Morgen das gleiche, unser Postfach quillt über von E-Mails, die meisten unnützer Spam. 

 

Wir wühlen uns durch, beantworten das eine oder andere. Wir tätigen Rückrufe von der Mailbox, werden von Handy-Klingeln gestört und ganz nebenbei werden wir per SMS und Post's unserer vielen "virtuellen Freunde" weiter auf dem "Laufenden" gehalten.

 

Wir versuchen, auf alles so schnell wie möglich zu antworten. Das wird schließlich von uns erwartet und "Zeit ist Geld". Aufgrund permanenter Störungen und unnützer Kommunikation geraten wir in Stress. Wir regen uns darüber auf, dass wir nicht mehr zum arbeiten kommen und tun dabei genau das gleiche, wie alle anderen - wir mailen, telefonieren, posten und reden ununterbrochen... und erwarten umgehend Antwort darauf. Sind wir nun Opfer oder Täter? Ist mehr und schneller zu kommunizieren das Erfolgsprinzip der Neuzeit?

 

Warren Buffett oder Sir John Templeton agieren angeblich zeitlebens ohne Computer. Vielleicht sagen Sie jetzt, ja weil sie zu alt für moderne Technik sind oder weil die Arbeit ihre Mitarbeiter erledigen. Nun, vielleicht stimmt es, vielleicht aber auch nicht.

Stille als Erfolgsprinzip?

Stille scheint auf dem Vormarsch. Dies belegt die stetig steigende Nachfrage nach Meditations- und Entspannungskursen, Klosterauf-enthalten, Schweigetagen, Aussteiger-Wochenenden etc. An Flug-häfen und Bahnhöfen werden „Räume der Stille“ eingerichtet, Fünfsterne-Hotels bieten Zimmer OHNE Fernseher, Radio und Internet an und Air Berlin wirbt sorgar mit dem handyfreien Flug.

Wie können wir mehr Stille erreichen?


Eine einfach Methode für mehr Stille ist diese:

Machen Sie regelmäßig „strategische Pausen“. Ziehen Sie sich an einen ruhigen Platz zurück, wo Sie nicht gestört werden können. Wenn Sie im Büro bleiben, sagen Sie Ihren Kollegen Bescheid, dass Sie jetzt nicht gestört werden möchten. Hängen Sie ein Pause-Schild auf und schließen Sie die Türe hinter sich.

 

Setzen oder legen Sie sich bequem hin, kommen Sie vom Stress herunter und widmen Sie sich gedanklich dem Thema Stille und Einfachheit.

 

Fragestellungen könnten dabei beispielsweise sein:

 

  • Was ist am dringendsten und was kann ich später erledigen?
  • Wer kann mir bei dieser oder jener Sache helfen?
  • Wem könnte ich dies oder das übertragen?
  • Welche Sachen kann ich unerledigt lassen?
  • Welche Vorgehensweise ist am effektivsten?
  • Was waren meine größten Erfolge und wie habe ich sie erreicht? Und dann: Auf welche Aufgaben lässt sie diese Methode übertragen?


Wenn Sie sich täglich ein wenig Zeit nehmen, Ihre Ziele, Aufgaben und Arbeitsabläufe zu über-denken, haben Sie gleichzeitig auch den Schlüssel zu mehr Produktivität gefunden. Sie werden weniger und entspannter arbeiten und dabei viel mehr erreichen. Wer sich in der Kunst der

Stille üben will, hier eine feine Adresse dafür: www.eisenbuch.de

 

Quelle: Alfons Breu

www.b2b-coach.de

Quelle: online-artikel.de


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Kommentare: 2
  • #1

    Hypnose Ausbildung (Montag, 27 August 2012 12:10)

    Sehr sinnvoller Artikel im Geist der Zeit. Gerade bei der Informationsflut, Blogs, Facebook....etc. geht es darum sinnvoll für sich zu flitern.

  • #2

    F.Zimmermann (Samstag, 10 Januar 2015 09:49)

    Sehr interessanter Beitrag, aber irgendwie wahr. Wenn man mal richtig nachdenkt, war früher eigentlich die Arbeit wesentlich umständlicher und beschwerlicher, denkt man. Denn früher gab es wohl nicht überall Stromanschluss, Telefon, Internet und ähnliches. Viele Tätigkeiten mußten per Hand erledigt werden oder per Boten wurden Nachrichten überbracht. Heute müßten wir theoretisch viel mehr Zeit übrig haben...Mit Akkuwerkzeugen ist man unabhängig von Steckdosen, Nachrichten werden in Sekundenbruchteilen übermittellt, Waren erreichen schneller ihren Bestimmungsort...usw.usf.
    Doch die Zeit vergeht irgendwie immer schneller, hat die Stunde keine 60 Minuten mehr???
    Vielleicht sollte man wirklich mal abschalten, also einfach den Strom, und schauen was passiert...