10 Tipps für eine fesselnde Rede



So ziehen Sie Ihr Publikum in den Bann

Wenn sie eine Rede halten müssen, greifen viele auf Ausreden zurück wie: „Ich bin halt nicht der geborene Redner“ oder „Das ist eben ein trockenes Thema“ – doch in den meisten Fällen trifft dies gar nicht zu. Auch gute Redner sind nicht als Redner geboren worden, sie haben es einfach gelernt.

Bild: universa.com

Überdurchschnittlich erfolgreiche Menschen haben in der Regel eines gemeinsam - sie sind in der Lage sich gut auszudrücken und können auch öffentlich wirkungsvoll sprechen. 

 

Wann haben Sie die nächste Präsentation, Ansprache auf einem Fest, Rede bei einer Gemeindeversammlung etc.? Wollen Sie dabei eine wirklich nachhaltige Wirkung erzielen? Wenn Sie die Gesetze der Rhetorik beherrschen, eröffnen sich Ihnen ganz neue Möglichkeiten. 

Bereiten Sie sich gut auf Ihre Rede vor und holen Sie sich das nötige Rüstzeug, um souverän und frei reden zu können. Hier 10 Tipps für fesselnde Reden:

1. Überraschen Sie das Publikum

Stehen Sie nicht einfach nur steif da, sondern tun Sie etwas, was das Publikum auf keinen Fall erwartet. Überraschen Sie, indem Sie beispielsweise plötzlich losschreien, auf den Tisch springen, einen Gegenstand aus der Tasche ziehen oder eine Person im Publikum persönlich ansprechen. Wenn Ihre ungewöhnliche Handlung das Thema unterstützt und souverän eingesetzt wird, wird sie die positive Wirkung Ihrer Rede steigern.

2. Achten Sie auf direkten Kontakt

Der sprühende Funke der Begeisterung kann nur dann überspringen, wenn Sie mit dem Publikum in direktem Kontakt stehen. Dies erreichen Sie mit direktem Blickkontakt. Dazu müssen Sie jemandem mindestens zwei Sekunden fest in die Augen schauen. 

 

Ein andere Möglichkeit ist die Interaktion. Zwar ist dies nicht bei jeder Rede möglich, doch wo es angebracht ist, lassen Sie Zwischenfragen aus dem Publikum zu oder sprechen Sie einzelne Personen gezielt an. Für eine Aktion können Sie jemanden auf die Bühne holen oder Sie aktivieren Ihr Publikum durch eine Handzeichen-Abfrage oder kleine Übung auf den Plätzen. Je aktiver Sie mit dem Publikum umgehen, um so lebendiger wird Ihre Rede. Achten Sie aber darauf, dass die Aktion zum Thema passt und nicht künstlich aufgesetzt wirkt, sonst verpufft der schöne Effekt. 

3. Agieren Sie lebendig

Wie verbunden Sie sich Ihrem Redner-Thema fühlen, zeigt sich in erster Linie in Emotionen. Diese können aber nur dann aufs Publikum überspringen, wenn dieses sie wahrnehmen kann. Zeigen Sie Emotionen durch Ihre Wortwahl, Ihre Mimik und Gestik und die Art und Weise, wie Sie sprechen. Fühlen Sie in sich hinein und tragen Sie Ihre Empfindungen nach außen. Sprechen Sie mal lauter oder leiser, langsamer oder schneller und leisten Sie ganzen "Körpereinsatz", indem Sie beispielsweise unterstreichende Handbewegungen machen, mit dem Fuß aufstampfen, die Bühne rauf und runter rennen etc..

4. Verwenden Sie keine negativen Formulierungen

Wenn Sie einen ansich positiven Satz mit einem "aber" fortführen, werten Sie alles Positive ab oder drehen es ins Gegenteil. Argumentieren Sie immer positiv, indem Sie keine negativen Schlagwörter wie "nein, aber, keine etc." verwenden. Negative Formulierungen zeugen nicht nur von Schwächen oder davon, dass Dinge nicht erfüllt sind, sie ziehen auch die Aufmerksamkeit auf sich. Am Ende bleibt nur das "nein, aber, keine etc." hängen und alles Positive geht verloren.

5. Sprechen Sie in kurzen Sätzen

Sprechen Sie in kurzen, prägnanten Sätzen. Es gibt wahre Redekünstler, die in schier nie enden wollenden komplizieren Satzkonstuktionen aus Haupt- und Nebensätzen sprechen. Ohne Luft zu holen reden und reden sie und am Ende weiß niemand mehr, was er eigentlich damit sagen wollte. Dies ist eine gute Taktik für Politiker, die reden, aber nichts sagen wollen.

 

Für einen guten Redner, der seinem Publikum auch Inhalte vermitteln möchte, ist so etwas nicht angebracht. Kurze Sätze werden von jedem leicht verstanden. Sie beinhalten eine Aussage, die durch gezielte Betonung Gewicht erhält und so überzeugt.

6. Verwenden Sie die Bildersprache

135.000 Wörter umfasst der Wortschaft des Dudens, davon nutzt ein gebildeter Mensch ca. 55.000 Wörter, die Bild-Zeitung dagegen nur rund 1.000. Sprechen Sie in der Sprache der Bild-Zeitung. 

 

Kurze Sätze mit einfachen Worten erzeugen Bilder in den Köpfen Ihrer Zuhörer und "ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte", so jedenfalls das überlieferte Sprichwort.


Inhalte, die in Bildersprache übermittelt werden, sind für uns viel leichter zu merken als andere. "Es ist Winter. Ich gehe durch einen tief verschneiten Wald. Der Schnee knirscht unter meinen Stiefeln. Die Bäume sehen aus wie eingehüllt von Zuckerwatte. Eiskristalle klitzern wie ein Meer aus Sternen. Es wird langsam dunkel und die untergehende Sonne wirft lange gräuliche Schatten in den weißen Schnee."

 

Sehen Sie den Winterwald vor sich? Wird es Ihnen kalt?

7. Reden Sie mit wirkungsvoller Rhetorik

Es gibt viele rhetorischen Stilmittel, ein sehr wirkungsvolles ist die so genannte Trias. Die Zahl Drei hat seit Jahrtausenden eine magische Anziehungskraft auf Kulturen und Völker. Mit der Trias werden drei Argumente auf einen Schlag verwendet, wobei die Aussagen gleichrangig nebeneinander stehen oder sich gegenseitig ergänzen.

 

Beispiel: "Einigkeit und Recht und Freiheit" oder "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit"

Das zweite Beispiel bedient sich gleichzeitig noch eines weiteren Stilmittels: der Anaphora. Jeder Satz beginnt mit der gleichen Formulierung:

"Ich träume davon, dass überall in der Welt Frieden ist. Ich träume davon, dass alle Menschen genug zu Essen haben. Und ich träume davon, dass alle Menschen frei sind."

8. Werfen Sie alles Überflüssige weg

In der Kürze liegt bekanntlich die Würze, aber sich in einer Rede auf das Wesentliche zu beschränken ist gar nicht so einfach. Dennoch, halten Sie sich mit Ihrer Rede so kurz wie möglich. Lassen Sie jedwede Ausschmückungen weg und konzentrieren Sie sich auf die Kernaussage, auf die Botschaft in Ihrer Rede. Je kürzer und präziser Sie formulieren und sprechen, um so wirkungsvoller ist die Aussage.

9. Starten und enden Sie stark

Halten Sie sich zu Beginn nicht mit langen Begrüßungsfloskeln, Selbstvorstellungen und ähnlichem auf. Sie müssen Ihre Zuhörer in den ersten Sekunden in Ihren Bann ziehen. Eröffnen Sie deshalb mit einer starken Aussage oder tun Sie etwas Überraschendes (siehe Punkt 1).

 

Ebenso wichtig wie ein umwerfender Auftakt ist auch ein wirkungsvolles Ende. Fassen Sie zum Schluß das Thema nochmals zusammen. Lassen Sie die üblichen Floskeln wie "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit" weg und fordern Sie das Publikum lieber zu einer kleinen Fragerunde oder der Abgabe von Feedback auf. 

10. Lächeln Sie

Ein schönes Lächeln bezaubert und wenn es von Herzen kommt, haben Sie das Publikum ganz auf Ihrer Seite.

 

Quelle: Michael Moesslang

www.karrierebibel.de


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