Warum feiern wir Nikolaus?



Woher kommt der Brauch, dass Kinder in der Nacht zum 6. Dezember dem Nikolaus ihre frisch geputzten Stiefelchen hinstellen?

Bild: universa-pixels.com

In der Stadt Myra, das in der heutigen Türkei liegt, soll einst der Bischof Nikolaus gelebt haben, so die Legende. Der fromme Geistliche war für sein großes Herz gegenüber den Armen und den Kinder bekannt. Als er von seinen früh verstorbenen Eltern große Reichtümer erbte, verteilte er diese komplett unter den Mittellosen.

 

Doch woher kommt der Brauch, dass die Kinder in der Nacht zum 6. Dezember ihre frisch geputzten Schuhe vor die Tür stellen?

Der arme Bauer und seine drei Töchter

In altkirchlichen Legenden ab dem 6. Jahrhundert heißt es, ein armer Bauer habe keine andere Wahl gesehen, als seine drei Töchter in die Prostitution zu schicken. Er war so mittellos, dass er sie nicht hätte standesgemäß verheiraten können. Als Nikolaus von der Not hörte, suchte er des Nachts das Haus der Familie auf. Heimlich warf er drei große Goldstücke durch das Fenster. Das Geld reichte aus, um die drei Mädchen vor ihrem Schicksal zu bewahren.


Diese schöne Geschichte stellt den Ursprung des "Einlegebrauches" dar. So nennt die Kirche den Brauch, die Kinderschuhe zu füllen. Außerdem ist sie verantwortlich dafür, dass Kirchenbilder den heiligen Nikolaus oft mit drei Goldkugeln in den Händen zeigen. Viele andere Legenden ranken sich um den heiligen Nikolaus. So machten ihn verschiedene Wunder, die er auf dem Meer vollbrachte, zum Patron der Seefahrer. Wenn man darauf achtet, wird man bemerken, dass viele Nikolaienkirchen in den Hanse- und Handelsstädten zu finden sind.

 

Im Mittelalter war es am 6. Dezember in den Klosterschulen Brauch, dass einer der Schüler 24 Stunden lang das Amt des Abtes bekleidete. So hatten die Kinder einmal das Recht über die Erwachsenen zu bestimmen. Eine schöne Tradition, die man in abgewandelter Form heute manchmal wiederbelebt. Zum Beispiel dürfen manche Kinder in das goldene Buch des Nikolaus ihre Wünsche oder ihren Ärger über die Eltern und Lehrer schreiben.

Nikolaus – einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen

Der Bischof Nikolaus gilt übrigens als der bekannteste und beliebteste der Heiligen. Unter anderem auch die Apotheker haben ihn zu ihrem Schutzpatron erkoren. Heute tritt der Nikolaus häufig gemeinsam mit einem Begleiter auf. Je nach geografischer Lage heißt dieser manchmal "Knecht Ruprecht", "Krampuss" oder "Hans Muff".

 

Autor: Sophie Kelm

www.apotheken-umschau.de


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