Mit der Sahnehäubchen-Taktik als Frau mehr verdienen


Mit Liebe zum Geld mehr verdienen

Bild: universa-pixels.com

Immer noch verdienen Frauen weniger als ihre männlichen Kollegen und auch aktuelle Rentenstudien zeigen: Monetärer Verzicht in jungen Jahren rächt sich im Alter.

 

„Frauen fehlt die Liebe zum Geld“, sagt Melanie Vogel, Initiatorin der women&work. „Wenn Frauen nicht um die Sahnehäubchen verhandeln, bleiben ihnen am Ende des Berufslebens nur die Brotkrumen.“


Altersarmut ist weiblich, doch der Grundstein dafür wird in jungen Jahren gelegt. Befragt nach den Wünschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber, wählten 300 befragte Frauen ein gutes Einstiegsgehalt nur auf Platz 26 von insgesamt 51 zur Wahl stehenden Kriterien. „Vielen Frauen ist Geld weniger wichtig als ein gutes Betriebsklima oder eine wertschätzende Führungskultur. Sie vergessen dabei, dass eine gute Leistung auch einen finanziellen Gegenwert haben muss.“ sagt Melanie Vogel.

 

Das bestätigt auch Claudia Kimich, Verhandlungsexpertin und Autorin des Buches „Um Geld verhandeln“. „Frauen versäumen zu oft, in Gehaltsverhandlungen geschickt zu taktieren.“ Die Expertin hat daher drei Tipps zusammengestellt, die helfen, bei Gehaltsverhandlungen geschickt auch die Sahnehäubchen abzugreifen.

1. Gehaltskompromiss ohne Gesichtsverlust

Wollen Frauen in einem Bewerbungsgespräch 60.000 Euro Jahresgehalt, der Arbeitgeber bietet aber nur 40.000 Euro, bedeutet ein Nachgeben einen Gesichtsverlust für die Bewerberin, selbst wenn sich beide in der Mitte einigen.

 

30 Prozent Unterschied sind laut der Verhandlungsstrategin zu hoch. Die einzige Chance das Gesicht zu wahren und gleichzeitig Selbstsicherheit auszustrahlen liegt ihrer Meinung nach in folgender Antwort:

"Während der Probezeit arbeite ich zu Ihren Bedingungen, danach richten Sie sich nach meinen!" Wichtig ist, sich auf diesen Deal nur bei sofortiger schriftlicher Vereinbarung einzulassen.

2. Nachlass nur mit Gegenleistung

Handeln belebt das Geschäft, doch Vorsicht: Glaubwürdigkeit heißt die Devise und ein Nachlass sollte laut Kimich nie ohne Gegenleistung erfolgen. „Wenn Frauen zuerst ein Gehalt X verlangen und sich dann um 30 Prozent drücken lassen, hätten sie ja gleich weniger verlangen können. Die Glaubwürdigkeit leidet.“

 

Sie rät, anstelle eines Nachlasses z.B. weniger Stunden, andere Aufgaben, mehr Urlaub, Weiterbildung, Zuschüsse zu Kinderbetreuung oder Kantinenessen oder Dienstwagen als Gegenleistung zu verlangen. „Nur dann bleiben Frauen bei ihrer Gehaltsverhandlung auf Augenhöhe und werden auch anschließend im Job ernst genommen.“

3. Schmerzensgeld-Aufschlag

Wenn bei einem zukünftigen Arbeitsplatz nicht alle Komponenten ideal sind und von diesem einen Jobangebot nicht die gesamte Existenz abhängt, dann sollten Bewerberinnen ganz genau überlegen, was sie gerne tun und was nicht.


Claudia Kimich schlägt vor, für die weniger angenehmen Dinge entsprechende Mehr-Entlohnung zu verlangen, z.B. wenn der Job viele Reisen vorsieht oder die Arbeit unter bestimmten Umständen erfolgen soll. „Ich verlange bei meinen Klienten und Kunden vor 10 Uhr morgens als Schmerzens-geld den doppelten Satz. Ich bin einfach kein früher Vogel und wenn ich schon vor 10 Uhr arbeite, dann zumindest mit Schmerzensgeld-Aufschlag.“

 

Autor: Melanie Vogel

www.womenandwork.de

Quelle: OpenPR





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