Tschakka, Du schaffst es! - Seminare bringen nichts



Erfolgsfaktoren und Nachhaltigkeit in Weiterbildungen

Weiterbildungen versprechen beruflichen Erfolg und Hilfe für alle Lebenslagen. Im schlimmsten Fall sind sie teuer und wirkungslos. Rolf Söder, NLP-Lehrtrainer und Lehrcoach aus Partenstein

zu Erfolgsfaktoren und Nachhaltigkeit in Weiterbildungen. 

Bild: Rolf Söder, MINDMARKETING Institut
Bild: Rolf Söder, MINDMARKETING Institut

Kann ein Lauf über glühende Kohlen ein Team zusammen-schweißen? Können Weiterbildungen Arbeitnehmer auf Erfolgskurs bringen? Kann man in einem Abend-Workshop Lebenskrisen meistern und sich persönlich komplett umkrempeln?

 

Kaum, das ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie des Instituts für angewandtes Wissen e.V. (iaw-köln). Darin gaben zwei Drittel der Befragten an, „keine positiven und nachhaltigen Veränderungen“ festgestellt zu haben. Zwar nehmen Arbeitnehmer gerne an Weiterbildungen teil, jedoch glaubten

nur 21 Prozent der Befragten, dass eine Fortbildung etwas verbessert. 

Sollten Arbeitgeber und privat Interessierte deshalb eine Investition in Weiterbildung überdenken?

Rolf Söder:  Auf jeden Fall! Die Frage ist aber nicht, ob man in Weiterbildung investiert, sondern

in welche. Der private Weiterbildungsmarkt hat im letzten Jahrzehnt einen enormen Boom erlebt. Die Bildungsangebote sind unüberschaubar und auch die Lehrmethoden variieren. Manche sind stark therapeutisch ausgerichtet, andere betonen den systemischen Ansatz oder setzen auf konkrete Methoden, wie beispielsweise das NLP (Neurolinguistisches Programmieren).

 

Fakt ist: „Jeder Topf findet seinen Deckel.“ Wer einen Coach sucht, der ihn in zwei Stunden für was auch immer in Bestform bringt, wird ganz sicher einen Anbieter finden, der ihm genau diese Illusion verkauft. 

Wann ist ein Seminar bzw. eine Ausbildung sinnvoll?

Rolf Söder:  Grundvoraussetzung ist erst einmal der Wille zur Veränderung. Arbeitnehmer bekommen Weiterbildungen oft „von oben“ aufs Auge gedrückt. Pflichtveranstaltungen, gerade wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht, stoßen deshalb oft auf Ablehnung.

 

Auch sollten beide Seiten gut zusammen passen. Im Business-Bereich entscheidet das oft die Personalabteilung oder der Chef, doch nur wenn die „Chemie“ zwischen Trainer und Teilnehmer stimmt, ist ein vertrauensvolles, erfolgreiches Arbeiten überhaupt möglich. In der Regel nehmen wir deshalb Kontakt mit den zukünftigen Teilnehmern auf, um zu erfahren, wie sie der angedachten Trainingsmaßnahme gegenüberstehen.

Wie finde ich eine gute Ausbildung?

Rolf Söder:  Zunächst sollte man sich einen persönlichen Eindruck verschaffen. Investieren Sie etwas Zeit, um die Lehrtrainer im Trainingskontext und persönlich kennen zu lernen. Viele Institute bieten hierzu Info-Abende, Workshops und Einstiegsseminare an. 

 

Neben den Trainern sind auch die Schulungsräume ein wichtiger Faktor. Um ein entspanntes Lernen zu ermöglichen, sollten Sie sich in den Räumlichkeiten wohl fühlen. Und auch die Gruppengröße spielt eine Rolle. Überlegen Sie genau, ob Sie in einer großen Gruppe oder lieber individuell betreut lernen möchten. Erfahrungen zeigen, dass Gruppen bis maximal 16 Teilnehmer ein individuelles Lernen ermög-lichen und trotzdem noch genügend Lernpartner für Trainings und

den Austausch vorhanden sind.

Ist der Preis ein Qualitätsindiz?

Rolf Söder:  Eher nicht. Sie finden Weiterbildungen mit gleichen Leistungen zu sehr unterschiedlichen Preisen. Viele Trainer verdienen wenig, andere haben Promi-Status und verlangen Fantasiepreise. 

Doch eine NLP Practitioner Ausbildung in einer Woche für 350 Euro, die woanders 2500 Euro kostet und mindestens 20 Unterrichtstage umfasst, kann nicht die gleiche Qualität und Tiefe haben.

Können Zertifikate bei der Auswahl helfen?

Rolf Söder:  Zertifikate sind ein Wegweiser, darauf verlassen sollte man sich aber nicht. Schließlich kann jeder Ausbilder - ob gut, ob schlecht - Zertifikate ausstellen. Auch darf in Deutschland jeder

einen Verband, Verein etc. gründen, deren Mitglieder dann mit der Zugehörigkeit und schönen Zertifikaten werben können. 


Aber auch eine Zertifizierung im Rahmen eines renommierten Verbandes, wie beispielsweise des Deutschen Verbandes für neurolinguistisches Programmieren (DVNLP), lässt den Ausbildern noch viel Spielraum. In unserem Institut gibt es deshalb nicht nur eine Abschlussprüfung, sondern außerdem eine echte Zertifizierung, für die wir uns zwei Tage Zeit nehmen und die auch nicht immer alle bestehen.

Heutzutage wird viel von Nachhaltigkeit gesprochen. Was macht Ihre Ausbildungen nachhaltig und erfolgreich?

Rolf Söder:  Im NLP arbeiten wir nach der Grundannahme, dass jeder Mensch nicht nur sein Anliegen oder Problem, sondern auch die für ihn richtige Lösung in sich trägt. Um diese ans Licht zu bringen, schaffen wir den optimalen Rahmen – mit einer guten Teilnehmergruppe, angenehmen Räumlichkeiten und kompetenten Trainern.

 

Vor einer Ausbildung steht immer ein persönliches Gespräch, in dem Erwartungen besprochen und Ausbildungsziele definiert werden. Gemeinsam mit dem Interessenten können wir dann entscheiden, ob eine Ausbildung Sinn macht oder nicht. Unsere „Alte Schule“ in Partenstein bietet eine angenehme Lernatmosphäre und ist seit 2007 ein Ort, an dem sich Menschen aus ganz Deutschland treffen, um an sich und der Welt Neues zu entdecken. Zu guter Letzt ist es auch der kompetente Trainer, der es schafft, Menschen miteinander zu verbinden und eine Gruppendynamik zu schaffen. Wenn dann Vertrauen herrscht und sich Menschen in der Lerngruppe öffnen können, findet lernen auf vielen Ebenen, miteinander und mit nachhaltig positiven Veränderungen statt – und das ist unser Ziel.

 

Weitere Informationen zu NLP und Ausbildungen im MINDMARKETING Institut auf der Webseite www.mindmarketing.de. Hier finden Interessierte auch viele Videos, Übungsanleitungen und kostenlose E-Books.

 

Autor: Sylke Zegenhagen

Redaktioneller Service


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Kommentare: 4
  • #1

    Bettina (Donnerstag, 01 Januar 2015 16:50)

    Ich finde es leider auch sehr schwierig, wirklich gute Seminare zu finden. Meist ist langes Suchen damit verbunden, bis man das hat, wo man weiß, es ist das richtige. Ich bin dann aber auch noch nie enttäuscht worden.
    Ich denke, wichtig ist für den langfristigen Nutzen auch, was nachher jeder mit dem vermittelten Wissen und Fähigkeiten macht. Ein Seminar kann ja meist erstmal nur Infos und erste Anregungen geben, will man wirklich einen langfristigen Nutzen daraus ziehen, heißt es dann, selbst damit weiter zu arbeiten. Ich glaube, das machen die wenigsten. Das kostet schließlich Einsatz, Zeit und Energie.

  • #2

    Gert Höhne (Samstag, 31 Januar 2015 12:11)

    Bei den Veranstaltungen dieser Art gibt es üblicherweise 3 Arten von Teilnehmern:

    1. Die „Strafgefangenen“, die glauben dabei sein zu müssen, um einen guten Eindruck (bei ihrer Führungskraft) zu machen.
    2. Die zweite Gruppe sind die „Urlauber“. Sie üben sich darin, beim Schlafen möglichst wach auszusehen.
    3. Die dritte Gruppe sind diejenigen, die meinen, man kann überall etwas „mitnehmen“, die eine oder andere Idee, die das Arbeiten und das Leben einfach leichter machen.

    Seit vielen Jahren schon forscht man nach den Regeln von Erfolg und Misserfolg.
    Die meisten Untersuchungen kommen zum dem Ergebnis, dass es hauptsächlich zwei mentale Blockaden gibt, die Menschen daran hindern ihr Potenzial auszuschöpfen:

    1. Erlernte Hilflosigkeit und
    2. Komfort – Zone

    Wer hier raus will, muss der Versuchung der Bequemlichkeit bewusst entgegentreten.
    Das machen die nur die wenigsten!

  • #3

    Matthias Kletzsch (Dienstag, 17 November 2015 11:41)

    Mich würde die im ersten Absatz als Ausgangspunkt angedeutete Studie interessieren. Wo finde ich diese? Auf der Webseite iaw-köln ist sie nicht zugänglich.
    Herzliche Grüße aus München

  • #4

    Sylke Zegenhagen (Dienstag, 17 November 2015 12:16)

    Hallo Herr Kletzsch,
    leider ist die genannte Studie vom iaw-köln aus dem Netz genommen worden, weshalb wir auch die Verlinkung dahin entfernen mussten. Schade.
    Herzliche Grüße
    Sylke Zegenhagen