Wie etabliere ich mich als Trainer oder Coach am Markt?


Nach der Ausbildung: Wie schaffe ich ein unverwechselbares Profil?

Bild: marcolm  / freedigitalphotos.net
Bild: marcolm / freedigitalphotos.net

Für Neueinsteiger bildet der Coaching-Markt eine nicht zu unterschätzende Herausforderung: Wie positioniert sich der Coach in der Fülle der Angebote? Wie wird er mit einem individuellen Profil sichtbar?

 

Jährlich entlassen mehr als 300 Ausbildungs-institute in Deutschland eine Horde frischgebackener Coachs in die Welt. Wer sich als selbstständiger Coach, Trainer oder Berater etablieren möchte, sieht sich gerade in den Ballungszentren mit der stetig zunehmenden Coach-Dichte konfrontiert, zumal der Begriff nicht geschützt ist.

 

„Wie etabliere ich mich auf dem Markt?“ ist daher zu einer der wichtigsten Fragen geworden. Was in der Ausbildung als leuchtende Coaching-Zukunft vor Augen steht, entpuppt sich in den Niederungen der Praxis oft als mühevoller Weg, auf den der Absolvent kaum vorbereitet wurde.

 

Die ersten Schritte scheinen noch überschaubar:

Namens- und Logo-Findung, Anmietung geeigneter Örtlichkeiten und die eigene Homepage. Spätestens hier wird der Coach, Berater oder Trainer von der Frage nach seiner professionellen Identität eingeholt: Seine wirksame Profilierung ist der entscheidende Erfolgsfaktor, die eigene Persönlichkeit darin das größte Kapital.

 

Wer sich durch die Webseiten professioneller Coaching-Anbieter klickt, staunt dagegen über die Gleichförmigkeit der Angebote: „Potenziale entfalten“, „Veränderung bewirken“, „Kompetenzen als Führungskraft ausbauen“ – der vertraute, Kompetenz suggerierende Branchen-Jargon dominiert auch im medialen Auftritt. Die Zielgruppen mögen variieren, die Botschaft bleibt dieselbe: Der Coach macht sich dem Markt kompatibel. Hinter der professionellen Rolle verschwindet seine spezifische Persönlichkeit wie hinter einer Maske. Die Austauschbarkeit der Profile ist das Resultat.

 

Der Klient, dem sein Thema auf der Seele brennt, sucht jedoch einen Coach, der seinen tiefen, oft kaum bewussten Bedürfnissen entspricht und fähig ist, auf seiner Frequenz zu senden. Er will wissen, wie der Coach denkt, arbeitet und aus welchem Hintergrund er schöpft. Je deutlicher sich die Person in der Rolle zeigt, desto eher findet der Klient in ihr ein greifbares Gegenüber. Was ihn anzieht und überzeugt, ist – Professionalität und Authentizität. Doch wie es scheint, überwiegt bei vielen Coachs und Beratern die Befürchtung, mit einem individualisierten Profil für den breiten Markt nicht attraktiv genug zu sein.

 

Natürlich wird der Coach in seinem Angebot thematische Schwerpunkte und Zielgruppen definieren, natürlich bilden erprobte Methoden und Tools das unverzichtbare und hoffentlich solide angeeignete Handwerkszeug. Doch wer mit Menschen arbeitet, ist auch und vor allem als Mensch gefordert. Die Persönlichkeit bildet das Treibmittel im Coachingprozess. Sie bietet auch die beste Grundlage für gutes Marketing. Grundvoraussetzung dazu ist ein ein authentischer Auftritt mit einem klaren und stimmigen Selbstbild. 

Das ist leicht gesagt, aber nicht leicht hergestellt, denn das stimmige Selbstkonzept formt sich nur in der ehrlichen und vertieften Selbstreflexion. Und die geht über Ausbildungen, Berufserfahrungen und Referenzen weit hinaus. Sie nimmt die persönlichen Stärken, die Biografie, die Lebenshaltung und -erfahrung, die tiefsten Motivationen des Coachs in den Blick. 

 

  • Was definiert er als seine Aufgabe im Leben?
  • Was unterscheidet ihn von anderen?
  • Was macht seine unverwechselbare Qualität als Coach aus?
  • Was kann, tut, will er nicht?
  • Was sind seine ganz persönlichen Entwicklungsziele in der Coach-Rolle? 

 

Stimmig ist ein Selbstbild nur, wenn es in Selbsterkenntnis – nicht Wunschdenken – wurzelt und sich im Verhalten widerspiegelt: in der Art zu sprechen, zu denken, die Aufmerksamkeit zu lenken, im Coaching zu agieren. Überdies stärkt Klarheit über den eigenen Arbeits-, Wirkungs- und Auftrittsstil die persönliche Souveränität und Sicherheit.

 

Selbstreflexion als Teil der beruflichen Qualifikation scheint im Coaching-Diskurs freilich immer noch Nebensache zu sein, ganz zu schweigen vom Nutzen einer ernsthaften Persönlichkeitsentwicklung. Dabei sollte doch, wer andere entwickeln will, sich auch selbst bewegen. Diese Vernachlässigung ist schade: sowohl für die Entwicklung menschlich reifer Coaches, wie für ihren individuellen Marktauftritt. Die einzigartige, reflektierte Lebens- und Lerngeschichte des Coaches bildet den Stoff für ein originäres Marketing, das sich von anderen absetzt. Das allerdings erfordert Arbeit und vor allem Mut:

 

Den Mut, als individuelle und einmalige Persönlichkeit in der Coach-Rolle sichtbar zu werden. 

 

Autor: Huberta von La Chevallerie

www.coaching-akademie-reimer.de

Quelle: Presseanzeiger.de


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