Resilienz: Stehaufmännchen im Management



7 Tipps für mehr Resilienz

Herausforderungen gehören zum Berufsleben, doch nur wer Druck und Stress aushalten kann, wird sie erfolgreich meistern. Resilienz wird zur Führungskompetenz. Businesscoach Alexander Burkhardt mit Tipps und Hintergründen.

Bild: Konstantin Gastmann / pixelio.de
Bild: Konstantin Gastmann / pixelio.de

Die Aufgaben von Führungskräften sind vielseitig und anspruchsvoll. Sie führen Mitarbeiter, steuern Prozesse und sind verantwortlich für Unternehmensziele und deren Erreichung. 

 

Dabei sollen sie stets leistungsstark, kompetent, konsequent und zudem einfühlsam und gelassen sein. Stress, schlechte Laune, Konzentrationsschwäche, Angst oder Sorgen sind dabei nur hinderlich. Hilfreich hingegen ist psychische Widerstandskraft – die so genannte Resilienz.

Druck und Stress ohne Schaden aushalten

„Resilienz ist die Fähigkeit, mit innerer Widerstandskraft und mentaler Stärke auf Krisen und Störungen bewusst reagieren zu können, um damit Veränderungen aktiv, ruhig und gezielt zu steuern“, erklärt Alexander Burkhardt, Businesscoach und Inhaber von VITA MAXIMA. 


Resiliente Menschen nehmen ihre Gefühle bewusster wahr als andere und können diese auch steuern. Auch wenn sie schwere Rückschläge erleben oder vor großen Herausforderungen stehen, beeinflussen ihre Emotionen nicht ihr Handeln. Sie bleiben ruhig und gelassen und meistern zielorientiert jede Situation.


Wenn sich die Service-Mitarbeiterin wegen eines unhöflichen Kunden ärgert und nicht wütend reagiert, steuert sie ihre Emotionen. Wenn der Busfahrer trotz privater Probleme seine Fahrgäste freundlich begrüßt, steuert er seine Emotionen. Und auch der Abteilungsleiter, der mit den neuesten Umstrukturierungsmaßnahmen nicht einverstanden ist und trotzdem versucht, Mitarbeiter dazu zu motivieren, steuert seine Emotionen.

Resilienz: Neue Kernkompetenz in Management und Führung

Im Wettbewerb um Arbeitsplätze und Aufstiegschancen steigen die mentalen Anforderungen an Management und Führung. Gefordert

sind stressresistente und widerstandsfähige Führungskräfte, die Niederlagen wegstecken können und sich vor Burnout zu schützen wissen. 


„Fakt ist: Resiliente Führungskräfte haben auch resiliente Mitarbeiter“, sagt Alexander Burkhardt. „Resilienz und mentale

Stärke helfen, Integrität zu bewahren, Ziele nicht aus den Augen 

zu verlieren, Werten treu zu bleiben und an Herausforderungen zu wachsen. Resiliente Führungskräfte können zudem flexibler auf Veränderungen reagieren, Ressourcen intelligenter einsetzen und Stressfaktoren besser erkennen bzw. abbauen. Das überträgt sich auch auf die Mitarbeiter“, so Burkhardt. 

 

Werte wie körperliche Leistungsfähigkeit, Motivation, Zufriedenheit und Mitarbeiterbindung werden in Zukunft eine entscheidende Rolle im Wettbewerb spielen. Dabei sind zufriedene und gesunde Mitarbeiter Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg.

Mit beruflichen Weiterbildungen und einem betrieblichen Gesund-heitsmanagement können Unternehmen diese Werte bei Mitarbeitern und Führungskräften fördern.

7 Tipps für mehr Resilienz

Mit diesen Tipps können Sie lernen, resilienter zu werden.


1.

Abstand gewinnen 

Viele Dinge belasten nur deshalb, weil man sie persönlich nimmt. So sieht mancher den Wald vor lauter Bäumen nicht und regt sich über Dinge auf, die ihn sonst kaum belasten würden. Gewinnen Sie Abstand, indem Sie versuchen, Situationen mit den Augen einer anderen Person zu betrachten. Wenn einen Dinge nicht mehr direkt betreffen, kann man viel gelassener mit ihnen umgehen. 


2.

Ruhe bewahren 

Menschen reagieren auf Stresssituationen nicht nur mental, sondern auch körperlich. So können uns hektisches Atmen, wildes Umherspringen oder das Erheben der Stimme noch mehr auf die Palme bringen. Schließen Sie die Augen und atmen Sie langsam und tief ein und aus. So lange, bis Sie sich ruhiger fühlen.


3.

Setzen Sie Prioritäten

Wer alle Probleme auf einmal lösen möchte, dem wachsen sie auch schnell über den Kopf. Setzen Sie deshalb Prioritäten. Widmen Sie sich zunächst dem größten Problem – nach und nach werden die anderen Probleme immer kleiner und umso leichter lösbar.


4.

Energiequellen finden 

Hobbys und Leidenschaften sind wichtig, um Energie für den oft anstrengenden Alltag zu gewinnen. Finden Sie Ihre persönlichen Energiequellen und nutzen Sie diese regelmäßig. Manche Menschen suchen den Ausgleich im Sport, andere kochen gern oder lesen ein gutes Buch. Yoga und Meditation bringen innere Ruhe und helfen auch, die leeren Akkus schnell wieder aufzuladen.


5.

Fehler akzeptieren 

Sich über eigene oder die Fehler anderer Menschen aufzuregen, verbraucht unnötig Energie und hindert daran, konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Akzeptieren Sie, dass Fehler zum Leben gehören. Sehen Sie darin die Möglichkeit, fachlich dazu zu lernen und im Umgang mit anderen Menschen in Ihrer Persönlichkeit zu wachsen.


6.

Die eigene Wahrnehmung ändern 

Wer sich nur auf das Negative konzentriert, gerät in eine Abwärtsspirale und zieht nur noch mehr Negatives an. Suchen Sie in Herausforderungen das Positive. So lernen Sie, mit Nachteilen besser umzugehen und optimistisch nach vorne zu schauen.


7.

Anpassung lernen 

Versuchen Sie nicht, etwas zu ändern, was nicht zu ändern ist. Nehmen Sie auch schwierige Situationen als gegeben an. Sich anzupassen und unter den gegebenen Umständen trotzdem weiter zu machen, bringt auf Dauer mehr Gelassenheit und

den positiven Nebeneffekt, Dinge und Menschen wie sie sind akzeptieren zu können.

 

Mehr Informationen auf der Webseite www.vitamaxima.net 

 

Autor: Sylke Zegenhagen

Redaktioneller Service



Alexander Burkhardt ist Experte für Menschen und Veränderungsprozesse. Mit seinem Unternehmen VITA MAXIMA bietet er Menschen und Unter-nehmen ganzheitliche Unterstützung für eine gestärkte Persönlichkeit und eine gesteigerte Gesundheit.

 

Zum Experten-Profil



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Kommentare: 1
  • #1

    Petra-Stefanie Madlé (Dienstag, 27 Januar 2015 15:00)

    RESILIENZ... eine Kompetenz mit zunehmender Wichtigkeit
    Der Begriff Resilienz hat seinen Ursprung in der Physik. Er beschreibt die Fähigkeit eines Körpers oder Materials nach Deformierung durch äußere Einflüsse, seine Initialform rasch wieder anzunehmen.
    Wie zum Beispiel Metallfedern, denen wir im Alltag in den verschiedensten Formen und Größen begegnen, denken Sie nur an die Federung Ihres Autos, die Fahrbahnunebenheiten unmittelbar ausgleicht – ohne resilienten Federn wäre jede Fahrt eine große Herausforderung für die Bandscheiben.
    Die aktuelle Arbeitswelt, die von stark progressiven Ansprüchen geprägt ist, fordert sowohl von MitarbeiterInnen als auch Führungskräften und GeschäftsführerInnen flexibles und dynamisches Handeln. Die dafür erforderlichen Fähigkeiten sind: Selbststeuerung, Bewältigung der Komplexität und adäquater Umgang mit Stress.
    EntscheiderInnen in einem Unternehmen sehen sich mit stätig rasanter werdenden Veränderungen am Markt konfrontiert. Um dabei wettbewerbsfähig zu bleiben bedarf es einer Bewusstseinsveränderung, wodurch das Anforderungsprofil an VerantwortungsträgerInnen eine Neugestaltung erfährt:
    Dynamik, Flexibilität, Authentizität, Selbstwirksamkeit, realistischer Optimismus und hohes Werteverständnis sind nur eine Auswahl an Fähigkeit, die von Führungskräften heutzutage erwartet werden.
    All diese Fähigkeiten können im Zuge eines individuellen und strukturierten Trainings und/oder Coachings entwickelt und ausgebaut werden.