Was ist eigentlich der Pressekodex?


Grundlagen erfolgreicher Pressearbeit: Journalistische Kompetenz und Einhaltung des Pressekodex 

Bild: stockimages / freedigitalphotos.net
Bild: stockimages / freedigitalphotos.net

Eine Pressemitteilung schreiben kann doch jeder! Das mag vielleicht stimmen, doch warum wird dann trotz aktiver Pressearbeit über so viele Unternehmen in den Medien niemals berichtet? 

 

Die einfache Antwort: 

Weil die Pressetexte nicht professionell genug sind und deshalb das Angebot und das dahinter stehende Unternehmen nicht überzeugen.

 

Unabhängig von der Unternehmensgröße und

vom Presse-Thema - für eine erfolgreiche Berichterstattung müssen Pressemitteilungen professionell sein und u.a. folgende Fragen beantworten:

  • Warum ist die Nachricht wichtig?
  • Inwiefern ist der Inhalt für den Leser relevant?
  • Bietet der Pressetext den notwendigen redaktionellen Mehrwert?
  • Sind Inhalte allgemein verständlich?
  • Sind Sprache und Stil pressegerecht?

 

Merkmale für einen guten Pressetext:

  1. W-Fragen beantworten: wer?, wie?, wo?, wann?, warum?
  2. Interesse des Lesers wecken
  3. Der Lesernutzen muss für den Redakteur auf den ersten Blick erkennbar sein
  4. Keine Übertreibung (Superlative) oder Selbstbeweihräucherung
  5. Keine Werbung
  6. Schreiben in der dritter Person (keine direkte Ansprache des Lesers)
  7. Formulierung im Nachrichtenstil (kurz, knackig, prägnant)
  8. Verwendung von eigenen Zitaten und Statements

 

Themen fachlich korrekt, verständlich und werbefrei zu kommunizieren, ist eine Heraus-forderung, die über Erfolg oder Misserfolg von Pressearbeit entscheidet. Unsere Redaktion stellt selbst komplexe Zusammenhänge prägnant und begreifbar dar und schreibt genau in dem Stil,

den Medienmacher und Leser gerne mögen. Dabei sorgen wir für eine strategisch richtige und medienrelevante Aufbereitung Ihrer Nachricht und legen so die Basis für eine überzeugende Medienansprache.

 

Mehr Professionalität führt zu mehr Berichterstattung! 

Machen Sie sich ein Bild von unserer Arbeit. 

 

Eine Übersicht unserer Leistungen erhalten Sie hier.


Der Pressekodex

Auch wenn wir im Kundenauftrag arbeiten, tragen wir Verantwortung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Medien-Relevanz und Aktualität der von uns publizierten Inhalte. Oberste Priorität hat dabei die Einhaltung des Pressekodex.

Die wichtigsten Punkte:

Ziffer 1:

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. 

 

Ziffer 2:

Zur Veröffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Dokumente müssen sinngetreu wiedergegeben werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden. 

 

Ziffer 3:

Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen. 

Ziffer 4:

Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationen und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden. 

 

Ziffer 5:

Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grundsätzlich zu wahren. 

 

Ziffer 6:

Jede in der Presse tätige Person wahrt das Ansehen und die Glaub-würdigkeit der Medien sowie das Berufsgeheimnis, macht vom Zeugnisverweigerungrecht Gebrauch und gibt Informanten ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht preis. 


 

Ziffer 7: Wichtig für unsere Presse & PR Kunden

Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken.  

 

Ziffer 8:

Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsphäre des Menschen. Berührt jedoch das private Verhalten öffentliche Interessen, so kann es im Einzelfall in der Presse erörtert werden. Dabei ist zu prüfen, ob durch eine Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden. Die Presse achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und gewährleistet den redaktionellen Datenschutz.


Ziffer 9: 

Es widerspricht journalistischem Anstand, unbegründete Behauptungen und Beschuldigungen, insbesondere ehrverletzender Natur, zu veröffentlichen. 

 

Ziffer 10:

Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden einer Personen-gruppe nach Form und Inhalt wesentlich verletzen können, sind mit der Verantwortung der Presse nicht zu vereinbaren. 

 

Ziffer 11:

Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt und Brutalität. Der Schutz der Jugend ist in der Berichterstattung zu berücksichtigen. 

 

Ziffer 12:

Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer rassischen, ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden. 

 

Ziffer 13:

Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Die Presse vermeidet deshalb vor Beginn und während der Dauer eines solchen Verfahrens in Darstellung und Überschrift jede präjudizierende Stellung-nahme. Ein Verdächtiger darf vor einem gerichtlichen Urteil nicht als Schuldiger hingestellt werden. Über Entscheidungen von Gerichten soll nicht ohne schwerwiegende Rechtfertigungs-gründe vor deren Bekanntgabe berichtet werden.

 

Ziffer 14:

Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden. 

 

Ziffer 15:

Die Annahme und Gewährung von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig. 

 

Ziffer 16:

Es entspricht fairer Berichterstattung, vom Deutschen Presserat öffentlich ausgesprochene Rügen abzudrucken, insbesondere in den betroffenen Publikationsorganen.  

 

Stand: 25. Oktober 2005





Waren diese Informationen nützlich für Sie? Dann teilen Sie den Beitrag im Netzwerk oder schreiben Sie einen Kommentar. Danke!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0