Sind Werbegeschenke noch zeitgemäß?



Lösen virtuelle Geschenke und Social Media traditionelle Werbegeschenke bald ab?

Ob es heute noch Sinn macht, Werbegeschenke zu versenden, wie Werbegeschenke auf Kunden wirken und ob Facebook und Co. klassische Werbegeschenke bald ablösen, erläutert Ihnen SEO-Experte Simon Bertsch.

Bild: univera-pixels.com

Zu Weihnachten, Jubiläen oder anderen geschäftlichen Anlässen verschicken viele Unternehmen mehr oder weniger großzügig Werbegeschenke an ihre treuen Kunden, Geschäftspartner und befreundete Kollegen in Behörden und der Politik.

 

Nachdem aber immer wieder Unternehmen und Politiker in den Medien über ihre all zu üppigen Geschenke, Vergünstigungen, billige Kredite und kostenlose Urlaube berichten mussten, steht das Thema Werbegeschenke nun bei vielen in einem schummrigen Licht da. Darf man weiterhin Geschenke verteilen oder ist dieser Brauch nicht mehr zeitgemäß?

 

Der Trend geht tatsächlich eher weg von Geschenken über 100 Euro und pendelt sich bei 10-50 Euro ein. Ein Wert bei dem man Geschenke in den meisten Fällen auch ohne schlechtes Gewissen oder Angst vor negativer Presse oder Neid bei Kollegen annehmen kann.

Darf man in der Krise Werbegeschenke verteilen?

Gerade nach der Finanzkrise 2008 haben viele Unternehmen auf Werbegeschenke verzichtet und auch 2009 waren viele Unternehmen noch zögerlich. Wie wirkt es gegenüber Mitarbeitern, wenn große Geschenke an Kunden gemacht wurden und man selbst gerade eben noch auf Gehaltserhöhungen und Überstunden verzichten musste?! 2011 war dieser Schock trotz der erneuten Schulden-Diskussion aber wieder überwunden und es wurden wieder deutlich mehr Werbegeschenke an gute Partner verschenkt.

Wie wirken Werbegeschenke auf Kunden?

Das positive Gefühl und den höchsten Effekt erzielt man mit Werbegeschenken, wenn sie unerwartet kommen oder sich positiv von anderen Geschenken abheben. So kann es schon mal vorkommen, dass das edle Schreibset für 40 € weniger Freude bereitet als ein hübscher Handtaschenhalter für 7 €.

 

Wichtig ist, nicht alle Kunden über einen Kamm zu scheren, sondern falls möglich zumindest zwischen den Geschlechtern oder Altersgruppen zu unterscheiden. Auch kulinarische Werbegeschenke und Geschenke-Sets sind gut geeignet, um sich von Geschenken anderer Unternehmen abzuheben.

 

Einerseits werden durch Geschmack & Geruch zusätzliche Wahrnehmungsreize beim Kunden aktiviert, andererseits können viele kulinarischen Geschenke auch gut im Büro verteilt werden, womit der Beschenkte indirekt zum Botschafter für das eigene Unternehmen in seinem Umfeld wird. Ein kleines Paket mit Lebkuchen, Pralinen oder einer Flasche Sekt kann hier eine große Wirkung erzeugen.

 

Sehr gut ist es auch, wenn im beigelegten Grußtext eine Verknüpfung zwischen dem Geschenk und dem Unternehmen hergestellt werden kann. So hat der Kunde diese “Eselsbrücke” immer im Kopf, wenn er oder sie das Werbegeschenk vor sich hat.

 

Auch individuell gestaltete Grußtexte je nach Kunde steigern die Wirkung des Werbegeschenkes für den Kunden sehr. Es zeugt von persönlicher Verbundenheit, die über den rein materiellen Wert hinausgeht. Genau jener Faktor also, welcher schlussendlich auch den Unterschied macht, wenn ein Kunde z.B. zwischen 2 ähnlichen Angeboten entscheiden muss.


Neben dem positiven Gefühl, welches ein Beschenkter hat, wenn er etwas bekommt, gibt es auch das Gefühl der Enttäuschung, wenn man immer etwas bekommen hat und das erwartete Geschenk auf einmal ausbleibt. Dies wird oft übersehen und es ist deshalb für Unternehmen sehr wichtig zu kommunizieren, warum in einem Jahr nichts geschenkt wird.

Lösen soziale Medien klassische Werbegeschenke schon bald ab?

Facebook, Email und Corporate Blogs machen es Unternehmen leicht, schnell und unpersönlich allen Kunden und Partnern für die Zusammenarbeit im letzten Jahr zu danken und beispielsweise frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr zu wünschen. Dies ist eine gute Möglichkeit, um zusätzlich Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, doch ersetzt es nach wie vor nicht “reale” Geschenke oder Aktionen. Etwas in die Hand nehmen zu können, zu sehen und zu fühlen, das ist nach wie vor ein emotional viel stärkeres Gefühl, als eine Statusmeldung auf Facebook zu lesen.

 

Umgekehrt gibt es natürlich auch von “realen” Geschenken Rückkoppelungen ins Web. Gerade bei Personen, die sich selbst stark mit dem Internet und sozialen Medien beschäftigen, wird oft über erhaltene Geschenke auf Facebook berichtet oder bedankt. Somit kommuniziert der Beschenkte automatisch an all seine Freunde auf Facebook die Wertschätzung und die Freude über das schenkende Unternehmen weiter. Ein Branding- und Image Effekt, der kaum zu bezahlen ist. Soziale Medien und klassische Werbegeschenke schließen sich also nicht aus, sondern ergänzen sich sogar, wenn sie richtig eingesetzt werden.

 

Autor: Cornelia Kroepfl

www.betalab.at

Quelle: OpenPR


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