Tradition für Liebende: Der Weihnachtskuss unter dem Mistelzweig



Hochsaison für eine symbolträchtige und geheimnisvolle Pflanze

Bild: universa-pixels.com

Wer einen traditionsbewussten Briten fragt,

wie junge Menschen den Partner fürs Leben finden, wird gerade zur Weihnachtszeit eine verblüffende Antwort bekommen. Da ist nicht etwa vom Tanztee oder der Internet-Partner-vermittlung die Rede, sondern davon, unter einem aufgehängten Mistelzweig den oder die Angebetete zu küssen.


Schenkt man dem alten Brauch Glauben, steht einer langen, glücklichen Ehe dann nichts mehr im Wege. Auch als Symbol für Kinderreichtum und Frieden wird der Kuss unter dem mitten im Winter leuchtend grünen Zweig gesehen.

Zeichen der Götter

Die Faszination der geheimnisvollen Pflanze und ihre große Bedeutung in der Mythologie reichen Jahrtausende zurück und lassen sich vor allem durch ihre bemerkenswerte Heilkraft erklären. Die älteste mythologische Charakterisierung stammt aus der "Aeneis", einem römischen Heldenepos. Dort schützt die Mistel als "goldener Zweig" den nach Erkenntnis strebenden Aeneas auf seinem gefahrvollen Weg durch die Unterwelt. In keltischen Volksbräuchen galt die Mistel als heilig. Sie zu ernten war nur den Druiden im Rahmen spezieller ritueller Feste und nur unter Verwendung einer goldenen Sichel erlaubt.

Heilpflanze mit langer Tradition

Die Druiden waren es auch, die die Mistel gegen alle möglichen Zipperlein nutzten - was zum Beispiel Eingang fand in Miraculix’ Zaubertrank, der dem berühmten kleinen Gallier Asterix übermenschliche Kräfte verlieh. In der abendländischen Volksmedizin wurde die Mistel, die als immergrüner Halbschmarotzer in Bäumen wächst, breit eingesetzt. Man versprach sich heilende Effekte unter anderem bei Epilepsie, Bluthochdruck, Arthrose, Asthma und Migräne. Weniger auf den Zauber der Pflanze als vielmehr auf wissenschaftlich analysierte Inhaltsstoffe stützt sich der moderne Einsatz von Mistelgesamtextrakt bei Krebspatienten. Diese Anwendung ist die häufigste komplementärmedizinische Methode ergänzend zu Standard-Krebstherapien mit dem Ziel, sowohl den Tumor zu bekämpfen als auch die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Reife Beeren im Dezember


Einzigartig ist die Mistel nicht nur im Hinblick auf ihre Heilkraft, die sie in der Volksmedizin unter Beweis gestellt hat und die heute beim Einsatz in der Krebstherapie deutlich wird. Auch ihre Biologie ist etwas ganz Besonderes: Als Halbschmarotzer betreiben Misteln zwar Photosynthese, entziehen ihren Wirtspflanzen aber Wasser und Nährsalze. In den zur Winterzeit kahlen Laubbäumen sind die kugelig wachsenden Misteln schon aus der Ferne zu erkennen. Dann reifen auch die Beeren der immergrünen Pflanze heran und werden über Vögel wie die Misteldrossel verbreitet.

 

Weitere Informationen: www.ratgeberzentrale.de

 

Autor: Redaktion


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