Kommunikation: Wie Sie richtig NEIN sagen



Sagen Sie nicht "Ja", wenn Sie "Nein" meinen!

Mit ein wenig Achtsamkeit und Bewusstsein, verteidigen Sie Ihre eigenen Aufgaben ohne dass Sie Ärger mit Ihren Mitmenschen bekommen. Andreas Dämon erklärt, wie Sie richtig NEIN sagen.

Bild: stockimages  / freedigitalphotos.net
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Als ich vor vielen Jahren als Vertriebsassistent gearbeitet habe, wurde ich am laufenden Band unterbrochen. Meine Auftraggeber, Kollegen und Kunden gaben mir über den Tag hinweg immer wieder neue Aufgaben, die ich spontan direkt erledigte. Meine Pläne, in denen ich meine Aufgaben koordinierte, warf ich somit meist schon nach wenigen Minuten des Tages über den Haufen und machte dann das, wo die anderen am lautesten riefen.

 

Wie Sie sich vorstellen können, machte mich das auf Dauer sehr unzufrieden, vor allem, weil ich meine geplanten Aufgaben, meist dann am Abend erst abarbeitete, wenn die Unterbrechungen aufhörten. Leider war dies mit Überstunden und dem Verzicht meiner persönlichen Freizeit verbunden.

 

Das musste ich unbedingt ändern, was ich schließlich auch hin bekam!

Richtig NEIN sagen mit der Stop-Strategie

Mit der [STOP-Strategie] habe ich es geschafft, meinen persönlichen Tagesplan so zu verteidigen, so dass ich am Ende des Tages nur das gemacht habe, was wirklich wichtig und ggf. dringlich war. Die [STOP-Strategie] hilft mir die Unterbrechungen auch im Laufe des Tages so zu Händeln, dass ich am Ende mit mir und meiner Leistung zufrieden bin. 

 

Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie "Nein" sagen, ohne dass jemand sauer auf Sie ist, weil Sie ihn vertrösten oder zurückweisen. In der Vergangenheit hatte ich oft das Gefühl, dass mich jemand nicht mehr leiden kann, wenn ich ihm nicht direkt so behilflich bin, wie er es sich von mir wünschte. Heute muss ich sagen, dass dieses Gefühl fast immer falsch war! Denn wenn ich mich richtig verhalte, kann ich auch "Nein" sagen, meine Pläne verteidigen und trotzdem Verständnis und Harmonie erhalten.

Wenn Sie ebenfalls, wie ich seinerzeit, direkt jede Unterbrechung 

hinnehmen und den Auftrag, die Bitte oder was auch immer direkt 

erledigen und dann einfach dazwischen schieben und somit "Ja" sagen, obwohl es Ihnen gerade gar nicht passt, dann ist die [STOP-Strategie] genau das richtige für Sie.

 

Als ich damals erkannt habe, dass alle mit mir und meiner Leistung 

glücklich und zufrieden waren, ich aber jeden Tag unzufriedener und 

demotivierter wurde, kramte ich in meinen Zeitmanagement Tipps 

und Methoden, um eine Lösung zu finden. Dabei überlegte ich, wie ich es schaffe, die Harmonie und die Anerkennung zu erhalten, ohne meine eigenen Prioritäten zu vernachlässigen.

 

Mit Hilfe der [STOP-Strategie] begegne ich Unterbrechungen in 

5 Schritten, die ich Ihnen hier wie folgt kurz skizziere:

 

Stellen Sie sich dafür mal vor, Sie sind an einer Aufgabe dran und 

jemand kommt auf Sie zu und gibt Ihnen eine Aufgabe, die Sie bitte 

erledigen sollen.

 

Da ich dies natürlich nun wahrnehme und nun irgendwie reagieren 

möchte, versuche ich so gut wie möglich mit der Situation umzugehen. Um also optimal zu reagieren, werde ich mir im ersten Schritt zunächst dieser Unterbrechung ganz bewusst, in dem ich kurz achtsam durchatme. Dies tue ich, um mir in dem Moment, bevor ich reagiere, meinen eigenen Zielen und meinen Prioritäten bewusst zu werden. Eine gute Entscheidung, die allen Beteiligten hilft, bedarf auch dem Blick für die eigenen Ziele!

 

Als zweiten Schritt frage ich, bis wann die Aufgabe denn final erledigt werden muss. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass ein echter Termin meist nicht genannt wird und die Antwort mit Nennung des tatsächlichen Erledigungstermins meist die Lage deutlich entspannt und den Druck raus nimmt.


Wenn ich nun die Dringlichkeit und die Wichtigkeit abschätzen kann, prüfe ich als drittes, wie die Aufgabe am Besten in meinen eigenen Plan mit meinen eigenen Zielen passt und treffe ein Entscheidung.

 

Im vierten Schritt teile ich die Entscheidung mit und bis wann ich die Aufgabe dann realistisch erledigen werde.

 

Als fünften Schritt warte ich die Reaktion ab und verhandele unter Umständen meine Entscheidung, wenn es weitere Fakten gibt, die ich für eine Umpriorisierung berücksichtigen muss. In fast allen Fällen allerdings, so meine Erfahrung, ist meist meine Entscheidung akzeptiert worden.

 

Natürlich sind bei der [STOP-Strategie] vorab zwei ganz wesentliche Punkte noch zu berücksichtigen, damit es funktioniert.

 

Erstens müssen Sie Ihre eigenen Ziele und Prioritäten kennen und zweitens einen Tagesplan haben, mit dem Sie die Unterbrechungen abgleichen können.

 

Hierfür sollten Sie berücksichtigen, wie Sie

  1. In der [Ziele-Fabrik] herausfinden, was für Sie wirklich wichtig ist 
  2. Mit dem [1/2-Tages-Planer] realistisch die Erreichung dieser Ziele und Prioritäten planen 
  3. Mit der oben beschriebenen [STOP-Strategie] Ihren persönlichen Plan durchhalten und verteidigen.

 

Tun Sie sich einen gefallen und investieren Sie ein wenig Übung in die Methoden und sagen Sie zukünftig freundlich "Nein", wenn Sie "Nein" meinen, ohne dass jemand sauer auf Sie ist!

  

Autor: Andreas Dämon

 


Bild: Andreas Dämon

Andreas Dämon ist Zufriedenheitstrainer mit Schwerpunkt Zeitmanagement. Er sorgt dafür, dass Büroangestellte und Führungs-kräfte, ihren Arbeitstag wieder in den Griff bekommen. Er verhilft ihnen ihre individuelle Selbstorganisation so zu erreichen, dass sie wieder die notwendige Kraft und Zeit für ihre Familie, Freunde und Hobbys zurück erhalten. 

 

Mehr Informationen auf der Webseite: www.zufriedenheitstraining.de



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