Frauen ticken anders – und Männer sowieso



Probleme zwischen Mann und Frau sind so alt wie die Menschheit selbst. Der Grund liegt im Anderssein. Welche grundlegenden Unterschiede es gibt und wie wir auf die unbewussten Bedürfnisse unseres Partners eingehen können, erklärt Beziehungsexpertin Katrin Junge in diesem Artikel.

Bild: Disarm / pixabay.com
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„Frauen sind von der Venus und Männer sind vom Mars“, sagt ein altes Sprichwort. Und tatsächlich, oft scheint es, als ob die beiden trotz aller Anstrengungen so gar nicht zusammenpassen wollen. Doch so viele Unterschiede es zwischen den Geschlechtern auch gibt, beide sind von der Erde und bilden zusammen ein perfektes Ganzes. Die Natur hat es so eingerichtet, dass es zu allem ein Gegenstück gibt. Das Ying- und Yang-Prinzip zeigt das sehr deutlich. 

 

„Frauen und Männer haben durchaus viele Gemeinsamkeiten, allerdings auch drei grundlegende Unterschiede“, sagt Beziehungscoach Katrin Junge. „Diese liegen in der Art und Weise, wie sie sich selbst definieren und in Bezug auf ihre unbewussten Bedürfnisse. Wer diese Unterschiede kennt, sie zu akzeptieren lernt und sie sogar als „Vorteil“ zu nutzen weiß, wird es leichter haben, eine glückliche Beziehung zu führen. Welche drei Unterschiede das sind und wie sich Frauen und Männer trotz allem gut ergänzen, führt die Expertin weiter aus: 

1. Unterschied: Die eine ist. Der andere tut.

Den ersten Unterschied finden wir auf der Ebene der Identität – etwas sein oder etwas zu tun. Frauen identifizieren sich in der Regel über das, was sie sind. Wenn sie beispielsweise hübscher, schlanker, klüger sind, als andere, sind sie stolz darauf. Sie sprechen gerne über sich und ihre fraulichen Eigenschaften und möchten dafür wertgeschätzt werden. 

 

Evolutionsbedingt ist es für Männer wichtig, etwas zu tun. „Wirf den Speer und erlege das Mammut.“ Männer definieren sich über ihre Taten. Sie streben nach Leistung und Erfolg und wollen dafür Wertschätzung erfahren. Deshalb loben sie sich gerne in den Himmel, sprechen beispielsweise davon, was sie in der Arbeit oder Freizeit tolles vollbracht haben.

 

Somit ergänzen sich die beiden Verhaltensweisen perfekt. Während die Frau glücklich ist, wenn sie für ihre Weiblichkeit bewundert wird, fühlt sich der Mann gut, wer er eine gute Leistung erbringt. In vielen Ehekrisen ist zu beobachten, dass die Partner das Geleistete als selbstverständlich hinnehmen und sich gegenseitig keine Anerkennung mehr dafür schenken. Dabei ist die Lösung so naheliegend:

 

Frauen sollten ihre Männer für ihre Leistungen loben. Männer sollten niemals aufhören, ihre Frauen für ihr gutes Aussehen und ihre Charakterzüge zu schätzen.

2. Unterschied: Die generelle Ausrichtung - “Andere / Ich”

Frauen sind meist Familienmenschen und sog. Muttertiere. Sie ziehen ihren Selbstwert daraus, dass es den Menschen in ihrem Umfeld gut geht. Und sie tun alles dafür.

 

Männer sind das ganze Gegenteil. Sie stellen sich selbst in den Mittelpunkt. Der leistungsorientierte Mann möchte gewinnen und der Beste sein, um damit sein Selbstwertgefühl zu stärken und – so glaubt er – für seine Frau attraktiv zu sein. Zu oft wird dies von Frauen als egoistisch oder gar machohaft bezeichnet. Doch damit tun wir Männern Unrecht. Es ist eine evolutionär gewachsene, innere Ausrichtung, die Frauen ihm nicht übel nehmen sollten. 

 

Die Motivation der Frau, ihr Umfeld glücklich zu machen und die des Mannes, immer sein Bestes zu geben, können zusammen zu einer guten Partnerschaft führen. Ist man sich der unterschiedlichen Bedürfnisse bewusst, kann man achtsam damit umgehen und auch einmal in die Rolle des Anderen schlüpfen. So darf die Frau auch einmal stolz auf ihre erbrachten Leistungen sein. Der Mann sollte sich auch gelegentlich um das Wohlergehen seiner Partnerin kümmern.

3. Unterschied: Der Stellenwert, der einer Beziehung beigemessen wird

Der dritte große Unterschied zwischen Frauen und Männern bezieht sich auf den Stellenwert, der einer Beziehung beigemessen wird. Hier gehen die Erwartungen oft weit auseinander. So geht es Frauen meist darum, in einer Partnerschaft als Team zu agieren und ein „Wir-Gefühl“ zu erleben. Ein Team zu sein bedeutet für die Frau, ihr Leben mit dem ihres Partners zu teilen und im Gegenzug auch in sein Leben eingebunden zu werden. 

 

Dabei geht es in erster Linie um Kommunikation: Die Frau möchte Wissen, womit sich ihr Mann beschäftigt, was in der Arbeit los war, wer seine Freunde sind, was er denkt und wie er fühlt. Sie mag es, Details aus seinem Leben zu wissen. Das hat nichts mit Neugier oder Kontrolle zu tun, sondern mit dem Gefühl, dass er sie einbezieht und als wichtigsten Teil seines Lebens betrachtet. Natürlich möchte sie zu alldem auch wundervolle Stunden zu zweit mit ihm teilen, sich nah sein und gemeinsam das Leben genießen.

 

Männer haben grundsätzlich niedrigere Ansprüche an ihre Partnerschaft. Oft genügt es ihnen schon, einfach eine zu haben. Deshalb ist die Behauptung vieler Frauen „Der will nur eine, die für ihn wäscht, putzt und kocht“ nicht grundsätzlich falsch, wenngleich aber etwas einseitig betrachtet.

 

Kommunikation ist der Schlüssel, doch es kommt nicht darauf an, möglichst viel zu reden, sondern das Richtige miteinander zu teilen. Frauen sollte bewusst sein, dass ihr Mann nicht dasselbe, starke Bedürfnis nach einem „Wir-Gefühl“ hat und sie nicht absichtlich aus seinem Leben ausklammert. Er denkt einfach, dass sie an „unwichtigen“ Details nicht interessiert sind. Männer sollten wissen, dass selbst Dinge, die ihnen irrelevant erscheinen, für ihre Frau wichtig zu wissen sind und sich ihrer Partnerin öfters – mit was auch immer - mitteilen. 

 

Eine glückliche Beziehung setzt voraus, dass beide Partner sich dieser Unterschiede bewusst sind und sie sich nicht zum Vorwurf machen. Letztendlich ist jeder Charakterzug eine Stärke und Schwäche zugleich, die durch die andere Person jedoch perfekt ergänzt werden kann. 

Mit „Happy Wife – Happy Life“ zu einer glücklichen Partnerschaft

Das "Happy Wife - Happy Life" Online-Konzept ist ein 12-Wochen Happiness-Programm für Männer, Frauen und Paare. Damit können die Teilnehmer ein tiefgehendes Verständnis für die grundsätzliche Andersartigkeit der Geschlechter erlangen und den Ursprung ihrer Herausforderungen in der Beziehung erfassen. Sie lernen sowohl sich selbst besser verstehen als auch hinter die Konflikte zu schauen und wissen dadurch, wie sie vorgehen müssen, um Glück und Harmonie in ihrer Partnerschaft immer wieder neu zu erschaffen. 

 

Das besondere daran: Um auf die individuellen Bedürfnisse der Geschlechter eingehen zu können, sind zwei Coaches in das Programm involviert: Stephan Reich zeigt unglaubliche Empathie, wenn er mit Frauen spricht, und Katrin Junge, welche die Männer mit der Art und Weise begeistert, wie sie mit ihnen spricht. 

 

Mehr Informationen auf der Webseite: www.katrin-junge.de

 

Autor: Sylke Zegenhagen

Redaktion

Katrin Junge über „Happy Wife – Happy Life“


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